Fr, 17. August 2018

Wirbel um Ex-Spieler

22.03.2017 11:10

Paul Scharner beklagt: "Koller nicht der Richtige"

Ex-ÖFB-Spieler Paul Scharner nahm sich nie ein Blatt vor dem Mund. Jetzt sorgt der 37-jährige Niederösterreicher erneut für Wirbel und kritisiert ÖFB-Teamchef Marcel Koller. Wieder einmal. Oben im Video sehen Sie Paul Scharner im Interview mit krone.at- Sportchef Max Mahdalik.

Schon im August 2012 hatte Paul Scharner kurz vor dem Freundschaftsspiel gegen die Türkei Marcel Koller öffentlich kritisiert und flog daraufhin aus dem Nationalteam. Jetzt lässt er in einem ausführlichen Interview mit "bwin" abermals aufhorchen.

"Scheinbar kann Koller mit der Situation nicht umgehen"
Auf die Frage, ob Marcel Koller der richtige Mann für das Team sei, hat Scharner eine klare Meinung: "Die letzte Qualifikation hat er ja gut geschafft, aber ich bezweifle, dass er der richtige Mann für eine Endrunde ist. Wie ist denn die EM ausgegangen? Nicht besonders erfolgreich, wenn ich mich richtig erinnere. Scheinbar kann er mit der speziellen Situation einer Endrunde nicht wirklich umgehen."

Zum EM-Versagen meint der ehemalige Abwehrspieler: "Eigentlich lief vieles falsch ab dem Moment, in dem wir uns qualifiziert haben. Ab dem Moment mussten wir eigentlich nichts mehr erreichen, weil die Qualifikation in Österreich wie der EM-Titel verkauft wurde. Dazu kam eine Vorbereitung die nicht optimal geplant war, weil sie zu sehr auf Regeneration und Rahmenprogramm abgezielt hat und dann waren da Spieler dabei, die eben nicht in Form, verletzt waren oder die EM dazu benötigten, um einen neuen Vertrag bei einem besseren Klub zu erspielen."

"Alaba hat verweigert"
Auch erklärt er, warum David Alaba eine besondere Rolle im ÖFB-Team hat: "Beim Spiel gegen Irland war das interessant anzusehen. Stefan Ilsanker wird für Kevin Wimmer eingewechselt und versucht dem David klarzumachen, dass er hinten links spielen muss. Der David hat das einfach verweigert und ist im Mittelfeld geblieben, woraufhin der Ilsanker Linksverteidiger spielen musste. Das wurde von niemanden an die große Glocke gehängt und auch nicht von den Medien aufgegriffen."

Demnach ist Alaba für Scharner der einzige im Team, der seinen Willen durchsetzen darf: "Der David hat ein besonderes Standing im Team. Als Champions League-Sieger und mehrfacher deutscher Meister hat er einfach eine gewisse Position, die es ihm erlaubt seinen Kopf durchzusetzen. Da ist er aber auch der Einzige, der das bei Marcel Koller darf."

Mit Koller als Teamchef hätte das ÖFB-Team keinen langfristigen Erfolg, sagt Scharner. "Ich sehe das Problem unter anderem darin, dass sich die Spieler nicht individuell entwickeln und ins Team einbringen können. Ich habe das selbst miterlebt, dass die Spieler mehr oder weniger gar nicht einbezogen werden und sowas ist für mich ein Führungsstil, der über lange Sicht nicht funktioniert."

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