Erfolg für "Krone":

Stadt Wien stoppt Pläne für Ho-Chi-Minh-Denkmal

Österreich
23.02.2017 17:28

Nach einer Welle des Protests und Tausenden Anrufen von erzürnten "Krone"-Lesern hat Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) in der Causa "Denkmal für Massenmörder Ho Chi Minh" die Reißleine gezogen. "Die Stadt hat die weiteren Vorhaben für die Aufstellung des Denkmals gestoppt", ließ er am Donnerstagnachmittag über seine Sprecherin ausrichten.

Konkret wurden die Pläne von behördlicher Seite auf Eis gelegt. "Die Entscheidungsgrundlagen werden einer Prüfung unterzogen", betonte die Sprecherin. Außerdem sollen klare Richtlinien ausgearbeitet werden, die verhindern sollen, dass künftig Denkmäler "unabhängig von ihrem ästhetischen oder kulturhistorischen Wert und Wien-Bezug" errichtet werden können.

Juraczka lehnt Denkmal ab: "Das ist eine Schande"
Unter den Nicht-Kommunisten dieser Republik stießen die Denkmal-Pläne der rot-grünen Stadtregierung - wir berichteten - auf breite Ablehnung. Deftig kommentierte es ÖVP-Klubobmann Manfred Juraczka: "Das ist doch eine Schande, dass das offizielle Wien keinerlei Berührungsängste mit Massenmördern hat."

Manfred Juraczka (Bild: APA/Georg Hochmuth)
Manfred Juraczka

Wiener Grüne: "Haben Denkmal nie zugestimmt"
"Wird Wiener Donaupark neue Gedenkstätte für kommunistische Massenmörder?", fragte der Dritte Nationalratspräsident Norbert Hofer (FPÖ) in einer Aussendung. ÖVP-Kultursprecherin Maria Fekter befand: "Das kann nur ein schlechter Faschingsscherz sein." Selbst die Wiener Grünen beteuerten via Twitter, nie einem Denkmal für Ho Chi Minh zugestimmt zu haben - weder auf Bezirks- noch auf Gemeindeebene.

Die Gesellschaft Österreich Vietnam plante, im Wiener Donaupark ein Denkmal des 1969 verstorbenen Massenmörders zu errichten. Es hätte sich vor allem um eine "symbolische Geste" Vietnams gegenüber Österreich bzw. der Stadt handeln sollen: "Nachdem es seinen Staatsgründer und unermüdlichen Anwalt für seine Unabhängigkeit als wichtiges Staatssymbol sieht, muss die Aufstellung einer solchen Büste vor allem als Hinweis auf das heutige Vietnam verstanden werden, mit dessen Entstehung und Entwicklung er unauflöslich verbunden ist."

Wer war Ho Chi Minh?
Ho Chi Minh wurde 1890 im Dorf Kim Lien geboren, studierte im europäischen Ausland und zählte 1930 zu den Gründern der Kommunistischen Partei Indochinas, aus der später die Kommunistische Partei Vietnams hervorging. Im Vietnamkrieg (1955-1975) gehörte er zu den treibenden Kräften bei den Versuchen, den Nord- und den Südteil des Landes wiederzuvereinigen. Bekannt wurde dabei etwa auch der Ho-Chi-Minh-Pfad, ein dichtes Netz von versteckten militärischen Versorgungswegen. Ho Chi Minh starb am 2. September 1969.

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