22.02.2017 16:50 |

1 Mio. Euro Strafe

Luxusjet am Wiener Flughafen beschlagnahmt

Einen besonderen Fall von Schmuggel hat die Zollfahndung auf dem Wiener Flughafen aufgedeckt: Die Beamten beschlagnahmten einen Luxusjet im Besitz einer Briefkastenfirma. Die 39 Millionen Euro teure "Falcon 7X" war in einem Steuerparadies registriert. Erst nach Strafzahlung von einer Million Euro konnte die Privatmaschine wieder abheben.

Da die komplizierten Ermittlungen in dem dubiosen Dickicht sogenannter Offshore-Konstruktionen zur Steuervermeidung monatelang dauerten, wurde der spektakuläre Fall vom vergangenen Sommer erst jetzt bekannt.

Der 23 Meter lange Luxusjet wurde nach der Landung von Beamten des Zollamts Eisenstadt Flughafen Wien genauer unter die Lupe genommen. Dabei stellte sich heraus, dass das Geschäftsflugzeug zuerst vom Erzeugerland Frankreich als steuerbefreite Lieferung in das Drittland Schweiz exportiert wurde. Via Tallinn in Estland wurde die "Falcon" dann wieder in die EU verbracht. Allerdings ohne Zollanmeldung, also de facto geschmuggelt.

Steuerparadiese dienten Eigentümer als Tarnung
Mit der Privatmaschine ließen sich dann Millionäre, Top-Manager und Stars herumfliegen. Eigentümer ist eine Briefkastenfirma mit Sitz im zentralamerikanischen Belize, die Registrierung erfolgte auf der ebenfalls als Steuerparadies bekannten britischen Insel Isle of Man. Die Fahnder konnten schließlich das ausgeklügelte Betrugssystem aufdecken. Erst nach Begleichung der Zollschuld von einer Million Euro (!) wurde der beschlagnahmte Luxusjet freigegeben und die Flugerlaubnis wieder erteilt. Der organisierte internationale Flugzeugschmuggel kostet die EU-Staaten jährlich Unsummen.

Christoph Budin, Kronen Zeitung

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