21.02.2017 18:51 |

Unfall oder Test?

Radioaktives Jod in der Luft über Europa

In mehreren Teilen Europas - darunter in Tschechien, Deutschland und auch Österreich - wurden in den vergangenen Wochen Spuren von radioaktivem Jod gemessen. Es habe sich lediglich um eine "ganz, ganz geringe Menge gehandelt", so Umweltministeriumssprecherin Magdalena Rauscher-Weber am Dienstag. Sie betonte - wie auch Umweltbehörden anderer europäischer Staaten -, dass "zu keiner Zeit Gesundheitsgefahr" bestanden habe. Das Auftauchen des Isotops wirft ebenso Fragen auf wie die Tatsache, dass die Öffentlichkeit erst Wochen später informiert wurde.

Die Jod-Belastung war laut Ministerium geringer als die natürliche Strahlenbelastung. Sie sei in einer Einzelmessung nicht nachweisbar, nur in einer Sammelmessung über den Zeitraum von einer Woche. Das Jod könne daher nicht von einem AKW-Unfall stammen, so Rauscher-Weber gegenüber der APA. Das Ministerium stehe jedenfalls in Kontakt mit internationalen Behörden.

Spekulationen über AKW-Unfall "Blödsinn"
Die tschechische Strahlenschutzbehörde SJUB äußerte den Verdacht, dass ein Problem bei einem Hersteller von radioaktiven Medikamenten, die bei der Strahlentherapie verwendet werden, der Grund für die erhöhten Werte sein könnte. Spekulationen über einen AKW-Unfall wurden als "Blödsinn" abgetan.

Französische Behörden hatten als Erste über Jod-131-Partikel berichtet. Mittlerweile ist aber klar, dass in Norwegen, Schweden und Finnland bereits im Jänner die Strahlung bekannt gewesen war. Da Jod-131 eine sehr kurze Halbwertszeit hat - rund acht Tage - dürfte die Radioaktivität erst vor Kurzem entwichen sein.

Haben Russen Waffentest durchgeführt?
Britische Medien berichteten, dass die US-Luftwaffe ein Spezialflugzeug vom Typ WC-135 nach England entsandt habe, das radioaktive Partikel in der Atmosphäre messen kann. Demnach gebe es Befürchtungen, dass Russland auf der Doppelinsel Nowaja Semlja im Nordpolarmeer einen nuklearen Sprengsatz getestet haben könnte.

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