Mo, 24. September 2018

In Hafenbecken

19.10.2016 20:09

BASF-Explosion: Weitere Leiche entdeckt

Der deutsche Chemiekonzern BASF fährt zwei Tage nach der Explosion in Ludwigshafen seine zentralen Produktionsanlagen wieder hoch. Die sogenannten Steamcracker nähmen in den kommenden Tagen schrittweise ihren Betrieb wieder auf, teilte das Unternehmen am Mittwochabend mit. Die Cracker sind an dem Standort die Herzstücke: In den Anlagen werden petrochemische Ausgangsstoffe aufgespalten. Unterdessen dürfte eine nach der Explosion vermisste Person tot in einem Hafenbecken gefunden worden sein.

Die männliche Leiche sei am Mittwoch geborgen worden, teilte die Polizei mit. Die Identifizierung stehe allerdings noch aus, die zuständige Staatsanwaltschaft Frankenthal habe die Obduktion des Leichnams angeordnet.

Aus noch ungeklärter Ursache war es am Montag auf dem Gelände eines BASF-Werkshafens bei Reparaturarbeiten an einer Rohrleitungstrasse für verflüssigte, leicht brennbare Gase wie Propylen und Ethylen zu einer verheerenden Explosion gekommen, die Brände und weitere Detonationen auslöste. Zwei BASF-Werksfeuerwehrleute starben dabei. Acht Menschen wurden nach Angaben des Chemieunternehmens teilweise schwerst verletzt, 17 weitere leicht.

Die Staatsanwaltschaft in Frankenthal leitete wegen des Unglücks Ermittlungen unter anderem wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ein. Die Mitarbeiter haben am Mittwoch der Opfern in einer Schweigeminute gedacht.

Längere Produktionsausfälle befürchtet
Das Chemieunternehmen muss sich wohl auf längere Produktionsausfälle einstellen. Derzeit seien noch 24 Anlagen vollständig heruntergefahren, darunter die beiden Steamcracker, erklärte BASF am Mittwochabend. Durch das Wiederanfahren der Cracker würden auch die weiteren Anlagen in den kommenden Tagen schrittweise wieder anfahren beziehungsweise die Auslastung erhöhen.

Die Versorgung des Standorts mit Rohstoffen stellt aber weiter ein Problem dar. Der Landeshafen Nord, in dem sich die Explosion ereignet hatte, ist außer Betrieb. Bei dem Unglück wurden auch verschiedene Rohrleitungen für zugekaufte Rohstoffe beschädigt. Daher hat BASF "Force Majeure"-Erklärungen für die Abnahme von Naphtha, Ethylen und Propylen herausgegeben. Durch die Berufung auf "höhere Gewalt" (Force Majeure) wird der Konzern ohne Haftung von seinen Abnahmeverpflichtungen befreit.

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