Di, 21. August 2018

City4U hat getestet:

25.07.2016 12:34

Waffen-Wahnsinn im Darknet

Das zeigt, dass noch strengere Waffengesetze völlig sinnlos sind! Im Internet kann sich jeder, der einen Computer hat, ohne Probleme eine Maschinenpistole beschaffen. Oder, wenn er nicht so viel Geld ausgeben möchte, auch eine Glock-Pistole. So wie Ali S (18), der damit in München neun Menschen und sich selbst erschoss. City4U machte den Test.

Während im "normalen" Internet Katzenfotos gepostet werden, geht es im Darknet ganz anders zu. Waffen, Drogen, verbotener Sex - hier kann man alles kaufen. Wenn man weiß, wie man hineinkommt.

Browser verschleiert Identität
Ein normaler Browser bringt einen hier nicht weiter - man muss ihn auffrisieren: Am einfachsten geht  das etwa mit dem "Tor Browser Bundle". Das Programm lädt eine Liste aller weltweit verfügbaren Tor-Server und verbindet sich wahllos mit ihnen. So lässt sich die Identität nicht mehr zurückverfolgen - dafür sinkt die Surf-Geschwindigkeit.

Die Adressen im Darknet sind kompliziert. Als erste Anlaufstelle wählen Anfänger daher immer das HiddenWiki http://wikitjerrta4qgz4... Das ist so etwas wie das Darknet- Adressbuch. Auf mehreren hundert Seiten steht hier das ganze Angebot, säuberlich aufgeschlüsselt nach Sparten: Politik, Erotik, Business.

Klick! Und man landet auf einer Islamisten-Seite, die Geld für den Dschihad sammelt. Klick: hier erwartet einen die "Army of God" - militante US-Abtreibungsgegner. Klick: Ein Chinese bietet gefälschte Rolex-Uhren an. Und dann gibt es Porno-Seiten mit Namen wie "Hard Candy"... Drogen-Märkte die Marihuana, Kokain, Heroin und Crystal Meth verkaufen - alles geruchsdicht verpackt.
Und einen Marktplatz, wo Waffen angeboten werden. Aus der ganzen Welt. Von der Panzerfaust bis zur Kalaschnikow - und keiner fragt nach dem Waffenpass. Ein Mausklick - und schon hat man eine Walter PPK - die Waffe, die auch James Bond benutzt - gekauft. Um 600 Euro, 50 Patronen dazu kosten 40 Euro extra.

Oder eine tschechische Skorpion-Maschinenpistole, inklusive vollem 20-Schuss-Magazin. Um knapp 2400 Euro, Versand nach Deutschland oder Polen, unauffällig verpackt und per Post. Bezahlt wird nicht mit Kreditkarte sondern mit Bitcoins: Internet-Geld, das man auf bitcoin.com mit echtem Geld kaufen kann. Und das niemand zurückverfolgen kann...

So muss es Ali S. auch gemacht haben, als er sich eine 9mm-Glock bestellte. Das einzige worauf er achten musste: Dass der Versand innerhalb der EU erfolgte. So konnte er sicher sein, dass sein Paket nicht am Zollamt überprüft wurde. Und wie man eine Glock lädt und bedient - auch dafür gibt es (leider) auf YouTube jede Menge Videos...

Gegenmittel gegen das Darknet gibt es nur wenige: Nach jahrelangen Ermittlungen konnte das FBI 1500 Pädophile ausforschen, die dort Bilder tauschten - bei Millionen Usern ist das aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Terroristen sind dort weiter ungestört aktiv.

Was meint ihr dazu? Postet uns in den Kommentaren oder schreibt uns mit Hashtag #City4U auf Facebook, Twitter oder Instagram!

zet

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