Sa, 21. Juli 2018

Drama in der Ägäis

29.10.2015 11:28

Erneut ertrinken Kinder vor Griechenlands Küste

In der Ägäis hat sich am Mittwochabend erneut ein Flüchtlingsdrama abgespielt. Dutzende Menschen, darunter mehrere Kinder, kamen vor der griechischen Insel Lesbos ums Leben, nachdem mehrere überfüllte Boote in Seenot geraten waren. Die Küstenwache sowie Fischer konnten rund 240 Menschen vor dem Ertrinken retten - etwa 40 Personen werden aber noch vermisst.

Bei mehreren Bootsunglücken kamen am Mittwoch auf dem Weg von der Türkei nach Griechenland Dutzende Flüchtlinge ums Leben. Der Einsatz vor Lesbos habe die ganze Nacht angedauert, berichtete das griechische Staatsradio ERT am Donnerstagmorgen. Es gebe unterschiedliche Angaben der Überlebenden über die genaue Zahl der Menschen, die an Bord der Schiffe gewesen waren. Viele der geretteten Frauen und Kinder mussten wegen Unterkühlung in den kleinen Spitälern der Insel behandelt werden.

An einem Strand auf Lesbos hatte ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP zuvor gesehen, wie Helfer versuchten, sechs Kinder zu reanimieren. Ein Siebenjähriger, der nach dem Untergang eines weiteren Flüchtlingsschiffs bewusstlos geborgen worden war, starb wenig später in der Krankenstation von Mithymna auf der Insel.

Rettungseinsätze als "Herzschlag-Aktion"
Der für die Küstenwache zuständige Minister Theodoros Dritsas zeigte sich nach dem neuen Unglück erschüttert. Die Rettungseinsätze der Küstenwache seien "zu einer Herzschlag-Aktion" geworden, erklärte er. Europa müsse die Flüchtlinge aufnehmen und die "nationalen Egoismen" beiseitelassen.

Die Küstenwache teilte am Donnerstag zudem mit, in den vergangenen 24 Stunden seien mehr als 900 Menschen aus den Fluten der Ägäis gerettet worden. In Piräus kamen am Morgen an Bord von drei Fähren knapp 5.000 Migranten von den Ägäisinseln an. Die meisten der Flüchtlinge wollen nach Westeuropa weiterreisen.

Wetterlage in der Ägäis derzeit gefährlich
Offiziere der Küstenwache befürchten, dass es in den kommenden Tagen zu weiteren Unglücken kommen könnte. In der Ägäis ist die Wetterlage für kleine Boote derzeit sehr gefährlich. Am Donnerstag tobten vielerorts starke Winde.

Ein am Donnerstag veröffentlichtes Video zeigt die dramatische Rettung einer im Meer treibenden Migrantin und ihrem Baby durch die Besatzung eines Hubschraubers der türkischen Küstenwache:

Lesen Sie auch:

Aus dem Video-Archiv: Waldviertlerin hilft Flüchtlingen auf Lesbos

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