So, 24. Juni 2018

Urzeit-Slapstick

01.07.2015 10:24

"Lego Jurassic World": Das Dino-Abenteuer im Test

22 Jahre nach ihrem eindrucksvollen Leinwandauftritt in "Jurassic Park" erobern dieser Tage wieder gewaltige Urzeit-Echsen Österreichs Kinos. Ob das neue "Jurassic World" einen ähnlichen Dino-Hype auslöst wie der erste Teil der Saga, ist zwar noch nicht abzusehen, das passende Spiel zum Film gibt es aber bereits. "Lego Jurassic World" lässt "Jurassic Park"-Neulinge die Handlung aller vier Filme im Schnelldurchlauf erleben und unterhält alte Hasen mit zahlreichen witzigen Anspielungen. Wie es sich spielt, hat krone.at getestet.

Weil die Handlung auf den vier Filmvorlagen basiert, wird sie "Jurassic Park"-Fans nicht überraschen. In "Lego Jurassic World" erforscht der Spieler in Gestalt bekannter Figuren wie John Hammond, Dr. Grant oder Dr. Malcolm den Saurierpark aus dem ersten Teil, irrt in Teil zwei durch die Wälder der Saurierinsel Isla Sorna, sucht dort im dritten Teil nach einem vermissten Burschen und erlebt in Teil vier die Geschehnisse aus dem aktuellen Kinofilm.

Reichlich Spaß durch Slapstick-Humor
Angesichts des straffen Programms geht das Game dabei zwar nie wirklich in die Tiefe, die Schlüsselszenen aus den Filmen dürfen aber allesamt nachgespielt werden. Und das macht ordentlich Laune – nicht zuletzt, weil das Entwicklerstudio TT Games wie schon bei anderen Lego-Games wieder reichlich Slapstick-Humor in die vorgegebene Handlung gemixt hat.

Da beißt der Raptoren-Wärter während der Fütterung der Fleischfresser mit einem lebenden Stier schon mal genüsslich in ein Würstel und der Tierarzt hechtet beim Untersuchen eines Saurier-Kothaufens in die prähistorischen Hinterlassenschaften, als wären sie ein Swimming Pool. Zugegeben, geistreicher Schmäh sieht anders aus, beim Spielen erschienen uns die Späße aber sowohl für ältere, als auch für jüngere Spieler unterhaltsam.

Kindgerecht trotz Schockmomenten
Apropos jüngere Spieler: "Lego Jurassic World" fasst das Dino-Thema nicht mit Samthandschuhen an und liefert durchaus den einen oder anderen Schockmoment – etwa, wenn ein lauthals brüllender T-Rex den Spieler verfolgt.

Es verzichtet aber auf übertriebene Gewalt und ringt auch härteren Szenen Humor ab – etwa, wenn einem "Jurassic Park"-Mitarbeiter beim Saurierangriff nicht das Fleisch von den Knochen, sondern nur die Klamotten vom Leib gerissen werden. So gesehen ist "Lego Jurassic World" gerade für junge Dino-Fans ein guter Einstieg ins "Jurassic Park"-Universum.

Baustein-Gameplay mit vielen Rätseln
Spielerisch unterhält es jedenfalls gut. Die Schauplätze der vier Filme wurden von den Entwicklern mit viel Liebe zum Detail ins Spiel übertragen und bieten Kennern der Reihe Wiedererkennungswert. In der hübschen Dino-Welt löst der Spieler in Gestalt der Lego-Version der Filmhelden vor allem Rätsel, steuert Fahrzeuge aus der Filmvorlage und absolviert auch die eine oder andere Actionszene.

Die Rätsel folgen dabei meist einem bestimmten Muster: Es gilt, den Level nach Legosteinen und wichtigen Quest-Gegenständen zu durchsuchen und diese mit dem richtigen Charakter am richtigen Ort einzusetzen. Fahrzeuge, Spezialfertigkeiten der Charaktere – Dinomist untersuchen können beispielsweise nur biologisch versierte Protagonisten - und steuerbare Saurier werden ebenfalls für das Lösen der Rätsel eingesetzt. In den Levels versteckte Dino-DNA, mit der der Spieler neue Saurier für seine Sammlung freischaltet, sorgt für Langzeitmotivation.

Dieses Spielprinzip weiß auch ohne Action-Orgien über weite Strecken zu unterhalten, kann aber auch ein wenig nerven – etwa, wenn man den für das Vorankommen nötigen Schalter partout nicht findet. Immerhin: In der Anfangsphase des Spiels sind viele Hinweistafeln in den Levels verteilt, die den Spieler das richtige Vorgehen lehren. Nett: Wer die Einzelspielerhandlung hinter sich hat, kann die beiden Inseln im Spiel weiter erkunden und sich in einem Dino-Editor an der Erschaffung neuer Saurierarten versuchen.

Hübsche Optik, vereinzelte Bugs
Optisch macht "Lego Jurassic World" in der getesteten PS4-Version einen recht soliden Eindruck. Das Game bietet weitläufige und scharf texturierte Levels, die mit ihrem Mix aus "echtem" Gelände und eingestreuten Lego-Elementen recht stimmig wirken. Auch die Charaktere wissen zu gefallen: Die Lego-Versionen der Filmhelden sehen ihren Vorlagen ziemlich ähnlich und die Saurier bieten ebenfalls wenig Anlass zur Kritik. Höchstens bei den Texturen der Charaktere und Saurier könnte sich manch ein Spieler mehr Details wünschen - aber dann würden sie nicht mehr nach Lego aussehen.

Schade: Beim Testen fielen uns mehrfach kleinere Physik-Unstimmigkeiten auf, die sich insbesondere beim Steuern von Fahrzeugen bemerkbar machen und auch die Kameraführung erwies sich an manchen Stellen als unübersichtlich. Stellenweise beobachteten wir zudem kleinere Bugs – etwa, wenn wir einen Charakter auf ein paar Kisten hüpfen ließen und er dort aus eigener Kraft nicht mehr weg kam, sondern sich erst nach einem Charakterwechsel wieder befreite. Solche kleinen Fehler nerven bisweilen und erscheinen vermeidbar.

Original-Soundtrack, kooperativer Multiplayer
Dafür überzeugt der Sound von "Lego Jurassic World". Dabei handelt es sich im Wesentlichen um den Original-Soundtrack aus den Filmen, entsprechend heimisch dürften sich "Jurassic Park"-Fans im Spiel fühlen. Die Soundeffekte sind gut gelungen: Egal, ob es die röhrenden Motoren oder das in Mark und Bein fahrende Brüllen der Saurier ist, die Kulisse ist stimmig. Die Synchronsprecher wirken ebenfalls bemüht und machen ihre Sache gut.

Für Freunde gepflegter Mehrspieler-Unterhaltung gibt es einen kooperativen Multiplayer-Modus, bei dem zwei Spieler – ähnlich wie bei früheren Lego-Games – gemeinsam durch die Levels huschen und Rätsel lösen.

Fazit: "Lego Jurassic World" ist ein spaßiges Dino-Abenteuer für Jung und Alt. Einsteigern liefert es einen Crashkurs in Sachen "Jurassic Park", Fans der Filmreihe freuen sich über die Anspielungen auf die Filme sowie den Wiedererkennungswert der Schauplätze. Optisch und akustisch haben die Entwickler gute Arbeit abgeliefert, vereinzelte Probleme mit der Physik und Kameraführung sowie hie und da auftretende Bugs legen aber die Vermutung nahe, dass das Game noch ein bisschen Feinschliff vertragen hätte. Spaß macht es aber trotzdem.

Plattform: 3DS, PC, PS3, PS4 (getestet), PS Vita, Wii U, Xbox 360, Xbox One
Publisher: Warner Bros. Interactive
krone.at-Wertung: 7/10

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