25.03.2015 07:27 |

In der Hofburg

FPÖ bittet Wilders zu Vortrag über "Islamisierung"

Zum zweiten Mal innerhalb von zwei Monaten wird die Wiener Hofburg zum Treffpunkt europäischer Rechtspolitiker. Auf Einladung des FPÖ-Bildungsinstituts werden sich FPÖ-Bundesparteiobmann Heinz-Christian Strache und der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders am Freitagabend dort zum Thema "Europas Bedrohung durch die Islamisierung" austauschen.

Anders als beim ebenfalls von der FPÖ veranstalteten "Akademikerball" Ende Jänner, der in den vergangenen Jahren immer wieder - teils gewaltsame - Gegendemonstranten auf den Plan gerufen hat, wird es am Freitag nach aktuellem Stand kein Platzverbot rund um die Hofburg geben. "Bisher ist lediglich eine Demonstration mit 30 Teilnehmern angemeldet", sagte Polizeisprecher Patrick Meierhofer am Dienstag. Die Zufahrt zum Veranstaltungsort werde von der Polizei jedoch überwacht. Die Menschenrechtsorganisation SOS-Mitmensch rief für Freitag, 18 Uhr zu einem Flashmob vor der Hofburg auf, um gegen die "Hetze gegen MuslimInnen" zu protestieren.

Einer der umstrittensten Islamgegner Europas
Wilders, der 2006 die Partei für Freiheit (PVV) gründete, gehört zu den prominentesten und umstrittensten Islamgegnern Europas. In der Vergangenheit forderte er etwa ein Verbot des Koran, den er mit Hitlers "Mein Kampf" verglich, sowie einen völligen Migrationsstopp aus Ländern mit islamischer Mehrheit. Im Islam sieht der 51-Jährige eine per se gewalttätige und faschistische Religion, deren Anhänger mit Christen oder Juden nicht friedlich zusammenleben könnten.

Lange auch in seiner Heimat belächelt, begann der Aufstieg des Rechtspopulisten nach der Ermordung der niederländischen Islamkritiker Pim Fortuyn und Theo van Gogh vor gut zehn Jahren. Seitdem steht Wilders unter ständigem Polizeischutz - auch in Wien wird er sowohl von seinen eigenen als auch von Personenschützern der Cobra begleitet werden.

Nach der Publikation eines besonders islamfeindlichen Films 2010 musste sich der Niederländer wegen religiöser und rassistischer Diskriminierung sowie Anstiftung zum Hass vor Gericht verantworten, wurde jedoch freigesprochen. Gegenwärtig steht Wilders erneut vor Gericht. Er hatte seine Anhänger dazu aufgefordert, lautstark "weniger, weniger, weniger" Marokkaner zu fordern.

Strache: Wilders "interessanter europäischer Politiker"
Für Strache ist sein Gast dennoch ein "interessanter europäischer Politiker", der Fehlentwicklungen offen anspreche, wie der FPÖ-Chef vergangene Woche erklärte. Mit der Veranstaltung wolle man die Einhaltung westlicher, demokratischer Werte propagieren. Mit Islamfeindlichkeit habe sie jedenfalls nichts zu tun, versicherte er.

Vonseiten der Grünen und der SPÖ war zuvor Kritik laut geworden: Der Wiener SPÖ-Landesparteisekretär Georg Niedermühlbichler erklärte, dass die Veranstaltung offenbar "islamophober Stimmungsmache" diene, und kritisierte, dass ein historisch bedeutender Ort für "dumpfe Hetze" missbraucht werde. Die Grünen-Politiker Albert Steinhauser und Harald Walser betonten, es sei "völlig inakzeptabel", dass die im Eigentum der Republik befindliche Hofburg "zunehmend zum Aufmarschort von Rechtsextremen" werde.

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