Mi, 20. März 2019
05.03.2015 08:17

Gnadenloses Singapur

Haft und Stockhiebe für deutsche Graffiti-Sprayer

Zwei Deutsche sind in Singapur wegen Graffiti-Sprayens zu neun Monaten Haft und drei Stockschlägen verurteilt worden. Die beiden hätten ihr Vergehen vorsätzlich begangen und den Tatort vorher ausgespäht, sagte der Richter. Das Strafmaß gelte zudem als Abschreckung.

Die Verteidigung der beiden hatte auf fünf Monate Haft und drei Stockschläge plädiert. Die 21 und 22 Jahre alten Männer aus Leipzig hatten sich schuldig bekannt. Die Staatsanwaltschaft warf ihnen vor, im November vergangenen Jahres in ein U-Bahn-Depot eingedrungen zu sein und dort einen Bahnwagen besprüht zu haben.

Die Prügelstrafe soll als Abschreckung dienen. Sie wird neben langen Haftstrafen für Verbrechen wie Mord, Überfälle und Drogendelikte, aber auch bei Vandalismus, illegalem Geldverleih und Visa-Vergehen verhängt.

Niedrige Kriminalitätsrate wegen drakonischer Strafen
Der kleine, reiche asiatische Stadtstaat Singapur rühmt sich mit einer der niedrigsten Kriminalitätsraten der Welt. Dies führt die Regierung unter anderem auf ihre drakonischen Strafen - von Geldbußen über lange Haftstrafen bis zu Stockschlägen und Hinrichtung - zurück. Sowohl Verbrechen als auch Vergehen, die anderswo mit Geldbußen geahndet werden, werden rigoros verfolgt.

Besonders streng ist die Justiz bei Rauschgiftdelikten: Auf Drogenhandel oder -schmuggel steht schon bei kleinen Mengen zwingend die Todesstrafe, bei Kokain etwa ab 30 Gramm. Kaugummi verkaufen, Pornografie, nackt in der eigenen Wohnung herumlaufen - all das ist verboten und wird geahndet. In öffentlichen Toiletten nicht runterzulassen zog in der Vergangenheit ebenfalls eine Geldstrafe nach sich. Inzwischen haben alle Toiletten automatische Wasserspülungen.

Die autokratische Regierung hält in der Metropole mit 5,4 Millionen Einwohnern Disziplin und Sauberkeit besonders hoch. Graffiti sind nur an einer eigens dafür aufgestellten Wand erlaubt.

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