19.11.2014 19:06 |

Eskalation in Indien

Mordverdacht: Guru nach heftigen Kämpfen verhaftet

Die Polizeifahndung nach einem wegen Mordes angeklagten spirituellen Anführer in Indien ist am Mittwochabend (Ortszeit) vollkommen eskaliert. Die Polizisten mussten sich heftige Kämpfe mit Anhängern des hinduistischen Gurus Rampal Maharaj liefern. Dabei wurden sechs Menschen getötet - darunter auch ein 18 Monate altes Kind. Hunderte Anhänger des Gurus hatten sich den Beamten in den Weg gestellt. Am Ende konnte Maharaj aber dennoch verhaftet werden.

"Er ist bis morgen in Polizeigewahrsam. Am Freitag wird er dem Gericht vorgeführt", sagte der für die Operation verantwortliche Polizeioffizier Anil Kumar Rao. Zuvor werde der Festgenommene noch medizinisch untersucht.

Tausende mit Schlagstöcken bewaffnete Polizisten hatten am Dienstag den Ashram in der Nähe der Stadt Hisar, 175 Kilometer nördlich der indischen Hauptstadt Neu-Delhi, gestürmt, wo der gesuchte Guru Maharaj vermutet wird. Hunderte seiner Anhänger bewachten die Anlage und attackierten die Beamten mit Steinen und Säuregeschossen. Die Polizei setzte Tränengas, Schlagstöcke, Wasserwerfer und sogar Bagger ein. Mehr als 100 Beamte wurden bei den schweren Zusammenstößen verletzt.

Frauen und Kinder als menschliche Schutzschilde
Den Anhängern des 63-jährigen Gurus wird vorgeworfen, Frauen und Kinder als menschliche Schutzschilde missbraucht zu haben. Während der Nacht auf Mittwoch verließen zahlreiche Menschen den Ashram. Einige sagten, sie seien gegen ihren Willen in der Anlage festgehalten worden.

Maharaj werden von den Behörden Verschwörung zum Mord, Anstachelung zu Unruhen und Missachtung des Gerichts vorgeworfen. Er hat mehrmals gerichtliche Vorladungen ignoriert. Wie der Sender NDTV meldete, wurden neben dem Guru selbst auch etwa siebzig Männer festgenommen. Sie sollen zum harten Kern der gewaltbereiten Anhänger gehören.

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