Sa, 22. September 2018

Flexible Außenhaut

07.10.2014 06:57

Aufblasbares Modul soll 2015 an ISS andocken

Die private US-Firma Bigelow Aerospace arbeitet bereits seit Jahren an Raumstationmodulen mit entfalbarer Außenhaut. Sie bedient sich dabei des TransHab-Konzepts der NASA für aufblasbare Module im Weltraum, das sie weiterentwickelt hat. Nächstes Jahr wird es so weit sein - dann soll ein solches Modul namens BEAM zur ISS gebracht und dort getestet zu werden.

Das Transhab-Konzept wurde bereits in den 1990er-Jahren am Lyndon B. Johnson Space Center der US-Weltraumbehörde NASA in Houston (Texas) entwickelt, aber wegen zu hoher Kosten wieder eingestellt. Bigelow Aerospace (BA) erwarb vor zehn Jahren die Rechte daran und entwickelte es seither weiter. Bereits im Juli 2006 und Ende Juni 2007 hat die Firma mit Sitz in Las Vegas (Nevada) die Testmodule "Genesis I" und "Genesis II" ins All geschossen, um die Funktionsfähigkeit von aufblasbaren Wohnmodulen zu demonstrieren.

Flexible Wände bieten besseren Schutz
Das Bigelow Expandable Activity Module (kurz BEAM) von BA wird aufgeblasen knapp vier Meter lang sein und einen Durchmesser von drei Metern haben. Die faltbare Außenhaut des nur 1.300 Kilogramm schweren Moduls besteht aus mehreren Schichten, unter anderem aus dem Material Vectran, das die doppelte Stärke von Kevlar hat und gut für niedrige Temperaturen, wie sie im All herrschen, geeignet ist.

Laut Angaben von BA bieten die flexiblen Wände des aufblasbaren Moduls theoretisch besseren Schutz als die starren Wände der ISS, weil sie beim Auftreten von Mikrometeoriten nachgeben und dabei deren kinetische Energie absorbieren. Das hätten jedenfalls Simulationen auf der Erde gezeigt, so NASA-Techniker. Die ISS sei ein guter Prüfstand für BEAM. Ihre Crew könne mithilfe der Messdaten herausfinden, wie sich diese Technik im Weltraum effektiv nutzen lasse, sagte William Gerstenmaier, der bei der US-Weltraumbehörde für die bemannte Raumfahrt zuständig ist.

"Dragon" soll BEAM zur ISS bringen
Der Frachter "Dragon" der privaten US-Firma SpaceX soll BEAM bei seinem achten Flug zur ISS, der für Mitte 2015 geplant ist, transportieren. Nach dem Andocken von "Dragon" soll das aufblasbare Modul (im kleinen Bild rot markiert) dann mithilfe des Roboterarms "Canadarm2" am Verbindungsmodul "Tranquility" befestigt werden, wo es anschließend wie ein Luftballon aufgeblasen wird (siehe Animationsvideo der NASA). Da die Außenhaut des BEAM Geräusche absorbiert, könnte das Modul laut Angaben von NASA-Experten der ruhigste Platz des Außenpostens der Menschheit im All sein.

Zwei Jahre lang soll das mit zahlreichen Messinstrumenten ausgestattet Modul dann dort bleiben. Sie sollen dokumentieren, wie BEAM auf die Gegebenheiten im Weltraum wie etwa Strahlung und Temperaturunterschiede reagiert. Die Crew der ISS wird das Modul zudem regelmäßig aufsuchen, um dessen Wände auf Schäden durch Einschläge von Mikrometeoriten oder Weltraumschrott zu überprüfen. Nach Abschluss der Tests wird BEAM mithilfe des "Canadarm2" wieder abgekoppelt und beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verglühen, heißt es.

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