Di, 18. Dezember 2018

Doch kein Buk-Besitz

24.07.2014 15:02

Hochrangiger Separatist zieht seine Aussage zurück

Derselbe Rebellenführer, der am Mittwoch in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters angeblich erklärt hatte, die Aufständischen in der Osturkaine würden über Buk-Flugabwehrsysteme verfügen, hat dies nun gegenüber dem russischen Staatsfernsehsender "Russia Today" zurückgewiesen. "Ich habe keine Kenntnis davon, dass die Aufständischen eine solche Waffe besitzen", sagte Alexander Chodakowski am Donnerstag.

Chodakowski bestätigte, dass er mit einem Journalisten eines westlichen Mediums verschiedene Möglichkeiten für den Abschuss der malaysischen Passagiermaschine MH17 durchgesprochen habe. Bei dem auf Video aufgezeichneten Gespräch habe es allerdings einen "roten Faden" gegeben mit der Aussage, dass er den Buk-Einsatz nicht bezeugen könne, betonte Chodakowski. Andere Separatistenführer teilten erneut mit, dass die prorussischen Kräfte kein solches Waffensystem genutzt hätten.

Die Separatisten hatten sich bereits im Juni damit gebrüstet, ein ukrainisches Buk-System erbeutet zu haben. Allerdings erklärten sie nach dem Abschuss der Boeing 777-200 am vergangenen Donnerstag, dass die Anlage nicht funktionstüchtig gewesen sei. Das hatten auch Ermittler in Kiew bestätigt.

Der Separatistenführer Chodakowski war von Reuters am Mittwoch mit Aussagen zitiert worden, wonach er selbst gehört habe, dass die Aufständischen eine Buk hätten. "Ich habe davon gehört. Ich denke, sie haben es zurückgeschickt. Denn ich habe genau in dem Moment davon erfahren, als diese Tragödie geschehen ist. Sie haben es vermutlich zurückgeschickt, um den Beweis seiner Existenz zu beseitigen", hatte Chodakowski gesagt.

Russland erzürnt: "Wo sind diese Beweise?"
Die Ukraine und der Westen verdächtigen die Separatisten, die Maschine abgeschossen zu haben. Russland und die Aufständischen haben den Verdacht dagegen auf das ukrainische Militär gelenkt. Moskau forderte die Ukraine und die USA zur Veröffentlichung ihrer Beweise auf. Es gebe bisher keinen einzigen Beleg für die behauptete Beteiligung der prorussischen Separatisten am Absturz der Boeing, kritisierte Vizeverteidigungsminister Anatoli Antonow. Es werde zwar immer wieder auf Erkenntnisse der US-Geheimdienste und auf Satellitenfotos verwiesen, die einen Raketenstart von dem Konfliktgebiet aus belegen sollen, sagte Antonow. "Aber wo sind diese Beweise?", fragte der Militärfunktionär im russischen Staatsfernsehen.

Weitere Leichen in die Niederlande gebracht
Unterdessen brachten niederländische und australische Militärtransportmaschinen am Donnerstag weitere Opfer des MH17-Absturzes in die Niederlande. Die Militärmaschinen mit den Leichen von 74 Opfern an Bord sollten am späten Nachmittag in Eindhoven landen.

In einer Kaserne in Hilversum sollen die Absturzopfer von 75 Gerichtsmedizinern identifiziert werden. Auch Malaysia und Neuseeland entsandten Forensiker zur Hilfe in die Niederlande. Bis Freitag sollen alle bisher geborgenen sterblichen Überreste in die Niederlande gebracht werden. Die Identifizierung wird nach Einschätzung von Experten Wochen oder sogar Monate dauern. In Farnborough in Großbritannien wiederum untersuchen internationale Fachleute die zwei Flugschreiber der Boeing.

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