Frisches Geld

Neues Kapital-Programm für Wiens wachsende Firmen

Wien
08.04.2026 11:30

Wachsende Firmen sollen künftig leichter an Kapital kommen: Stadt Wien und Raiffeisen-Holding starten gemeinsam ein neues Finanzierungsinstrument.

Wien boomt. Knapp 928.000 Beschäftigte, Rekordzahlen bei Neugründungen, als einziges Bundesland mit positivem Wirtschaftswachstum: Die Bundeshauptstadt kann sich kaum vor Konjunkturnachrichten retten. Doch wer glaubt, der Aufstieg vom Start-up zum etablierten Betrieb sei ein Selbstläufer, täuscht sich gewaltig. Genau an dieser Schwelle hakt es – und genau dort setzt das neue Instrument an, das Bürgermeister Michael Ludwig und Wirtschaftsstadträtin Barbara Novak (beide SPÖ) gemeinsam mit der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien präsentierten.

Stadt greift Unternehmen unter die Arme
Das Programm heißt „Wiener Wachstum“ und startet ab Herbst 2026. Sieben Millionen Euro stehen bereit – je zur Hälfte von der städtischen Wirtschaftsagentur und der Raiffeisen-Holding. Erste Finanzierungen sind ab 2027 vorgesehen. Ludwig formulierte die Botschaft klar: „Gerade die Klein- und Mittelunternehmen sind wichtige Beschäftigungsmotoren in unserer Stadt, deshalb setzen wir alles daran, dass sie die nächsten Schritte in ihrer Heimatstadt setzen können.“

Kapital statt Förderung: Das Modell im Detail
Das Herzstück ist eine Eigenkapitalfinanzierung ohne Fördercharakter. Pro Runde werden 100.000 bis 500.000 Euro ausgezahlt; je Betrieb sind bis zu 700.000 Euro möglich. Zurückgezahlt wird nicht die Summe selbst, sondern ein anteiliger Gewinn – ein Modell, das neue Runden dauerhaft ermöglichen soll. Vizebürgermeisterin Novak brachte es auf den Punkt: „Wir schließen gezielt diese Lücke und stellen sieben Millionen Euro bereit, um wachstumsorientierte KMU rasch zu unterstützen.“ 
Wer profitiert? Etablierte Firmen sowie sogenannte Scale-ups mit Sitz oder wesentlicher Wertschöpfung in Wien. Sanierungs- und Krisenfinanzierungen sind ausdrücklich ausgeschlossen. Mindestens drei Viertel des Kapitals fließen in Gesundheits- und Digitalwirtschaft – Life Sciences, Medizintechnik, Pharma, Software, Künstliche Intelligenz und Cybersecurity.

Fokus auf Gesundheit und digitale Wirtschaft
Dass ausgerechnet diese Sektoren im Fokus stehen, ist kein Zufall. Wien beherbergt mehr als die Hälfte aller österreichischen Life-Science-Firmen; rund 49.000 Menschen arbeiten in der Branche. Die Pharmaindustrie zeichnet für mehr als ein Drittel der Warenexporte verantwortlich. Raiffeisen-Generaldirektor Michael Höllerer bekräftigte das Engagement seines Hauses: „Wir verfolgen klar das Ziel, dort zu investieren, wo Zukunft entsteht.“
Dass das Programm nötig ist, belegen die Zahlen: 99,8 Prozent aller Wiener Betriebe sind Klein- und Mittelbetriebe – sie stellen 64 Prozent der Beschäftigungsverhältnisse. 2025 wurden 11.000 Firmen gegründet, erneut ein Rekord. Viele hadern nicht mit dem nötigen Mut, sondern mit dem Zugang zum Kapital.

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