Österreich ist hinter Deutschland der zweitgrößte Investor in Ungarn. Ungefähr 1400 österreichische Auslandstöchter sind inzwischen im Nachbarland. Sie klagen jedoch über regulatorische Hürden, Bürokratie und mangelnde Rechtssicherheit.
Zwar punktet Ungarn bei internationalen Investorinnen und Investoren mit der EU-weit niedrigsten Körperschaftssteuer von neun Prozent. Gleichzeitig hebt der Staat aber einen großen Anteil seiner Einnahmen über branchenspezifische Sondersteuern ein, um Maßnahmen zur Inflationssenkung zu finanzieren. Davon sind vor allem der Energiesektor, Banken, große Handelsketten, der Telekomsektor und Fluggesellschaften betroffen.
Laut einer Umfrage der Wirtschaftskammer erhoffen sich 81 Prozent der befragten österreichischen Unternehmen in Ungarn mehr wirtschaftspolitische Berechenbarkeit. Ungefähr sieben von zehn (73 Prozent) bemängeln die Rechtssicherheit und fast jedes zweite Unternehmen (49 Prozent) kritisiert die Bürokratie. Zudem gaben sie an, auf ein Ende der europäischen Förderblockade zu hoffen. Derzeit sind bestimmte EU-Gelder für Ungarn gesperrt.
Maschinen und Kunststoffe exportiert
Im vergangenen Jahr sind Österreichs Ausfuhren in das Nachbarland um 2,4 Prozent auf mehr als sieben Milliarden Euro gestiegen. Exportiert wurden vor allem Maschinen, Kunststoffe, Eisen und Stahl. „Das Export- und Auftragsvolumen der österreichischen Niederlassungen ist trotz des schwierigen Umfelds hoch. Gleichzeitig steigt der Aufwand für die Unternehmen deutlich, um dieses Niveau zu halten“, sagte der österreichische Wirtschaftsdelegierte in Budapest, Philipp Schramel.
Die ungarische Gesamtwirtschaft hatte im Vorjahr lediglich ein Wachstum von 0,3 Prozent. Die Industrie schwächelte, der Dienstleistungssektor und Tourismus legten zu. Zuletzt seien positive Impulse vom Automotive-Sektor gekommen, von denen auch österreichische Zulieferer profitieren würden, sagte Schramel. Erst im Vorjahr wurde ein BMW-Werk in Debrecen eröffnet, BYD errichtet aktuell eine Fabrik in Szeged und Mercedes plant, seine A-Klasse künftig in Kecskemét zu produzieren. Der Sektor erwirtschaftet rund 30 Prozent der gesamten industriellen Wertschöpfung in Ungarn.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.