13.06.2014 09:43 |

"The Ocean Cleanup"

Niederländer will Weltmeere von Plastik befreien

Im Pazifik schwimmt eine riesige Plastikmüll-Ansammlung, die über drei Millionen Quadratkilometer groß ist und deshalb bereits als der "siebente Kontinent" bezeichnet wird. Tag für Tag verenden unzählige Meerestiere und Vögel qualvoll, weil sie sich in diesem Müll verfangen oder ihn verschlucken. Der 19-jährige Niederländer Boyan Slat hat sich dieses Problems angenommen und will die Ozeane vom Plastik befreien.

Laut Angaben des deutschen Umweltbundesamtes gibt es bis zu 140 Millionen Tonnen Abfall, die in den Weltmeeren liegen, schwimmen oder an die Küsten treiben. Besonders gefährlich sind die Mikro-Überreste von Plastik, die sich quasi unbemerkt im Meer verteilen - und über die Nahrungskette auch vom Menschen aufgenommen werden.

Konzept erstmals vor zwei Jahren vorgestellt
Während die meisten Experten der Meinung sind, dass eine Säuberung der Weltmeere praktisch unmöglich ist, Milliarden kosten und vermutlich Hunderte oder gar Tausende Jahre dauern würde, ist Slat (kleines Bild) überzeugt, dass er das Problem mit seinem Projekt "The Ocean Cleanup" lösen kann. Bereits vor zwei Jahren hat er sein Konzept bei einer Konferenz in Delft vorgestellt und inzwischen sogar Forscher und Ingenieure überzeugt.

Während bei konventionellen Säuberungsmethoden Schiffe den Müll mit Netzen aus dem Wasser ziehen, was Unsummen kostet, will Slat die Meeresströmungen nutzen und den Müll mit festen, schwimmenden Barrieren auffangen, bevor er an Land gespült wird. Weil das meiste Plastik in den oberen drei Metern unter der Meeresoberfläche schwimmt, können lebende Organismen unter den Barrieren hindurchtauchen. Slat ist überzeugt, dass man so - innerhalb von nur zehn Jahren - die Hälfte des "siebenten Kontinents" abbauen könnte. Eine Machbarkeitsstudie bestätigt dem 19-Jährigen und seinem Team nun, dass das "Ocean Cleanup"-Projekt tatsächlich funktionieren könnte.

Sammelt mittels Crowdfunding Geld
Mit einer Crowdfunding-Kampagne will Slat nun in 100 Tagen zwei Millionen Dollar (umgerechnet knapp 1,5 Millionen Euro) sammeln, Knapp 6.800 Unterstützer haben in den ersten zehn Tagen bereits 316.000 Dollar (rund 233.000 Euro) gespendet. Die Spenden beziehen sich darauf, wie viel Plastik jeweils gesammelt wird. Für 6,21 Dollar erleichtert man die Ozeane um ein Kilogramm Müll, für eine Spende von 750 Dollar werden 120 Kilo Müll aus dem Wasser gefischt.

Mit dem so gesammelten Geld will Boyan zuerst noch weitere Tests durchführen, um die Verlässlichkeit der Technik zu garantieren und seine Methode zu perfektionieren. "Mit zwei Millionen Dollar können wir die Theorie Wirklichkeit werden lassen", ist Slat überzeugt.

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