Umweltanwaltschaft

Kritik: „Abschuss-Abteilung für geschützte Arten“

Steiermark
10.03.2026 17:23

Die Stellungnahme des steirischen Umweltanwalts zur neuen Wolfsverordnung sorgt für Wirbel. Neos, Grüne und WWF kritisieren Maximilian Lughofer scharf – er agiere nicht als unabhängige Stimme für Umweltinteressen, sondern vielmehr entlang der politischen Linie der Landesregierung. Die FPÖ springt ihm zur Seite.

Hohe Wellen schlug unser Bericht aus der Vorwoche über die Stellungnahme von Umweltanwalt Maximilian Lughofer zur geplanten Prädatorenverordnung. Dieser übernahm nämlich weitgehend Argumente aus Jagd-, Forst- und Landwirtschaft.

Neos-Klubobmann Niko Swatek wirft Lughofer am Dienstag in einer Aussendung vor, das Amt nicht als unabhängige Stimme für Umweltinteressen auszuüben, sondern „politisch bequem entlang der schwarz-blauen Linie“ zu agieren. Für Swatek ist die Wolfsverordnung dabei kein Einzelfall – er verweist auch auf das Pumpspeicherkraftwerk Koralm und den Entfall des Revisionsrechts der Umweltanwaltschaft als weitere Belege.

Sandra Krautwaschl (Grüne) und Niko Swatek (Neos).
Sandra Krautwaschl (Grüne) und Niko Swatek (Neos).(Bild: Christian Jauschowetz)

Alternativer Herdenschutz
Grünen-Klubobfrau Sandra Krautwaschl wird noch deutlicher: Sie spricht von einer „Abschuss-Abteilung für geschützte Arten“ und sieht in Lughofer den „verlängerten Arm der blau-schwarzen Landesregierung“. Grünen-Bauernobmann Andreas Lackner wiederum plädiert für konsequenten Herdenschutz als langfristig wirksameren Weg – Zäune, Herdenschutzhunde und gezielte Unterstützung für betroffene Betriebe hätten in vielen europäischen Regionen funktioniert.

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Der vermeintliche Umweltanwalt der Steiermark agiert mit seiner Stellungnahme weder faktenbasiert noch als Stimme der Umwelt.

Christian Pichler, WWF

Auch der WWF legt nach: Die Verordnung widerspreche europäischem Artenschutzrecht, ermögliche Abschüsse ohne ausreichende Einzelfallprüfung – und das bei einem Wolfsbestand, der in der Steiermark zuletzt nur zwei bis drei Tiere umfasste. Besonders kritisch bewertet die NGO, dass das Land Steiermark den Herdenschutz seit Mai 2024 nicht mehr fördert und stattdessen nur noch Entschädigungen zahlt – also erst dann reagiert, wenn der Schaden bereits eingetreten ist.

„Grüne Skandalisierungspolitik“
Als Reaktion auf die Kritik meldete sich am Dienstag dann auch noch FPÖ-Umweltsprecher Michael Wagner zu Wort – und er weist die Vorwürfe gegen Lughofer scharf zurück. Die Aussagen der Grünen seien „ein Affront gegenüber einer unabhängigen Anwaltschaft“. Wagner betont, Lughofers Stellungnahme sei kein Plädoyer für Wolfsabschüsse, sondern ein Aufruf zu einem „vernünftigen und rechtssicheren Management“ – und wer daraus eine politische Verschwörung konstruiere, betreibe „grüne Skandalisierungspolitik“.

Sämtliche Stellungnahmen können Sie hier nachlesen.

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