Erotische Fantasien, heimliche Besessenheit und trotzdem eine große Portion Humor: Die neue Netflix-Serie „Vladimir“ mit Rachel Weisz und Leo Woodall in den Hauptrollen ist ein kurzweiliges Vergnügen mit einigen schrägen Überraschungen.
Das Leben einer Literaturprofessorin gerät aus den Fugen, als ihr Mann, ebenfalls an der Uni tätig, wegen Affären mit Studentinnen ins Kreuzfeuer gerät. Doch während sie noch mit den Konsequenzen auch für ihre Karriere kämpft, tritt das alles plötzlich in den Hintergrund. Denn neu am Campus ist der junge Vladimir – und der fesche Kollege nimmt der reiferen Ehefrau sofort den Atem. Heiße Flirts werden immer gefährlicher, Fantasien werden zu Besessenheit und bald wird es schwierig, zwischen Wahrheit und Wunschdenken zu unterscheiden ...
Die neue Miniserie „Vladimir“ ist eine clevere Mischung aus Komödie und Erotikthriller – und ja, der Titel löst zu Recht Assoziationen zum berühmten Literaten Vladimir Nabokov und dessen Werk „Lolita“ aus, nur, dass hier die Geschlechter-Rollen vertauscht werden.
Erfrischend rasch wird in die Handlung eingestiegen, schon in den ersten Minuten sind wir mitten drin im Uni-Skandal. Oscar-Preisträgerin Rachel Weisz scheint die namenlose Protagonistin wie auf den Leib geschrieben und sie führt uns flott und locker durch die Handlung mittels eines nicht mehr ganz taufrischen Kniffs: Sie adressiert das Publikum immer wieder direkt. Dadurch fühlen wir uns ihr rasch nah und leiden mit, wenn sie von einem Fettnäpfchen ins nächste tritt beim Versuch, sowohl ihrem Mann (köstlich: John Slattery) zu helfen, als auch an ihren Schwarm heranzukommen.
Etwas eigenartig: Leo Woodall spielt bereits zum zweiten Mal binnen kurzer Zeit den Liebhaber einer reiferen Frau und hat noch dazu in „Vladimir“ eine fast idente Szene wie jene in „Bridget Jones: Verrückt nach ihm“. Beide Male wird er von Damen angehimmelt, während er sich auszieht und in einen Pool hüpft. Ist den Drehbuchautoren keine andere Gelegenheit eingefallen, um Woodalls Adonis-Körper zu präsentieren? Jedenfalls verdient er durchaus bald eine vielschichtigere Rolle.
Alles in allem vergehen die acht halbstündigen Folgen, die auf dem Roman von Julia May Jonas basieren, wie im Flug, einige schräge Charaktere lockern die Handlung auf und das Schauspiel-Ensemble ist ausgezeichnet gewählt. Sehenswert!
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.