Parallele zu Epstein

Al-Fayed-Brüder sollen Frauen missbraucht haben

Ausland
27.02.2026 13:24
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Brüder Mohamed und Salah Al-Fayed sollen ein organisiertes System sexueller Ausbeutung betrieben haben. Frauen werfen den beiden unter anderem sexuelle Übergriffe, versuchte Vergewaltigungen, Isolation und Kontrolle vor. Allein in Großbritannien gaben 154 Frauen an, von Mohamed Al-Fayed missbraucht worden zu sein.

Die Fälle erstrecken sich laut der Polizei über einen Zeitraum von 35 Jahren. Da in Großbritannien vor allem einzelne Übergriffe untersucht werden, wandten sich Frauen auch an die französischen Behörden, um einem möglichen organisierten System zur Rekrutierung und Ausbeutung von Frauen nachzugehen. Auch in Frankreich sollen sich Übergriffe ereignet haben.

Eines der mutmaßlichen Opfer, Rachael Louw, sagte, sie sei 1993 von Mohamed Al-Fayed „ausgewählt“ worden, als sie als Verkäuferin in seinem Londoner Luxuskaufhaus Harrods gearbeitet habe. Sie habe in ein Management-Ausbildungsprogramm aufgenommen werden wollen und dafür ungewöhnlich umfassende medizinische Untersuchungen absolvieren müssen, die unter anderem gynäkologische Tests enthalten hätten. Die Ergebnisse und Details aus Louws Privatleben wurden laut einer AFP-Recherche an Harrods weitergegeben.

Später sei sie als Assistentin von Salah Al-Fayed nach Südfrankreich geschickt worden. Dort sei ihr der Reisepass abgenommen worden. Statt Büroarbeit zu leisten, habe sie dauerhaft „bei ihm sein“ müssen. Auf einer Jacht habe sie beobachtet, wie Mohamed Al-Fayed eine junge Frau berührt und geküsst habe. Eines Nachts sei Salah Al-Fayed in ihr Bett gekommen und habe gesagt, er sei einsam. Louw sagte, sie habe die ganze Nacht reglos und verängstigt wach gelegen und nicht gewusst, „was er tun würde“. Sie sei schließlich geflohen, nachdem Salah sie auf eine Fahrt mit einem Schnellboot eingeladen habe, auf dem sie alleine mit ihm gewesen wäre. Jahrzehntelang habe sie über die Vorfälle geschwiegen, aus Furcht über mögliche Konsequenzen einer Aussage.

„Mikrofone und Kameras in jeder Ecke“
Die frühere Hotelangestellte Kristina Svensson berichtete AFP von wiederholten sexuellen Übergriffen und versuchten Vergewaltigungen durch Mohamed Al-Fayed in Paris 1998. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten sie gewarnt, dass es dort „in jeder Ecke“ Mikrofone und Kameras gebe. Vorwürfe sexueller Übergriffe durch Mohamed Al-Fayed waren erstmals im September 2024 durch eine BBC-Dokumentation öffentlich geworden. Seither meldeten sich zahlreiche weitere mutmaßliche Betroffene.

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Es war ein organisiertes System, in dem junge, verletzliche Frauen gezielt ausgewählt, isoliert und kontrolliert worden sind.

Anwältin Eva Joly

„Frauen waren für sie wie Fleisch“
Die Anwältin, frühere Richterin und Europaabgeordnete Eva Joly, die Louw vertritt, verglich die mutmaßlichen Strukturen mit dem Fall Epstein. Die jungen Frauen seien gezielt ausgewählt, isoliert und kontrolliert worden. „Diese jungen Frauen waren für sie wie Fleisch – und sie wollten wissen, ob sie zum Verzehr geeignet waren“, sagte die Anwältin Caroline Joly.

Mohamed Al-Fayed stand in den 1990er-Jahren auch wegen seines Sohnes Dodi im Fokus der Öffentlichkeit, des damaligen Lebensgefährten der britischen Prinzessin Diana. Dodi Al-Fayed kam 1997 gemeinsam mit Diana bei einem Autounfall in Paris ums Leben. Mohamed Al-Fayed starb 2023 im Alter von 94 Jahren, Salah Al-Fayed war bereits 2010 gestorben.

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