Alpinisten in Not

Eisiger Todeskampf auf dem Schneeberg

Niederösterreich
23.02.2026 05:30

Dem kalten Tod nur knapp entkommen sind zwei Alpinisten aus Niederösterreich. Nach dem Großglockner-Unglück denken die beiden mit Schaudern an den Eissturm am Schneeberg zurück.

Es sind Temperaturen weit unter null, bei denen es einen Weinviertler aus Ernstbrunn im Bezirk Korneuburg nach draußen drängt – zum Eisbaden im Teich, das härtet ab. Die jüngsten Geschehnisse rund um das Drama am Großglockner lassen den 60-Jährigen nicht kalt – noch heute macht sich die Unterkühlung durch Gebirgsfrost durch eine dunkle Färbung seiner Hand bemerkbar. Nicht am höchsten Gipfel Österreichs, sondern auf dem Schneebergplateau wurde dem Schlossermeister Michael Bübl bewusst, wie wichtig Wetterkenntnisse, passende Ausrüstung und eine gute Tourenplanung ist.

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Viele Hütten mit Schutzräumen sind leider verschlossen – dieser Umstand ist für Winterbergsteiger sehr schlecht.

Michael Bübl, Bergsteiger aus Leidenschaft

Überraschender Wetterumsturz
„Ich hab’ den Großglockner bezwungen – rauf und runter an einem Tag“, betont Bübl. Das war allerdings im Sommer. Ziemlich genau vor 15 Jahren hat dann ein völlig überraschend einsetzender, eisiger Wetterumschwung am Schneeberg ihm und seinem Kumpanen beinahe das Leben gekostet. Zeitig aufgebrochen, erklomm er mit seinem Freund den „Fadensteig“ – es war nicht das erste Mal.

Dem Tode entronnen: Eisiger Sturm überraschte Michael Bübl am Schneeberg – eine Hütte rettete ...
Dem Tode entronnen: Eisiger Sturm überraschte Michael Bübl am Schneeberg – eine Hütte rettete ihm das Leben.(Bild: Bübl)
Dunkle Färbungen seiner Hand durch Gebirgsfrost
Dunkle Färbungen seiner Hand durch Gebirgsfrost(Bild: Bübl)
Bübl überlebte die Eisnacht
Bübl überlebte die Eisnacht(Bild: Bübl)
Hütte am Schneeberg rettete Leben
Hütte am Schneeberg rettete Leben(Bild: Bübl)
(Bild: Bübl)

Letzten Kraftreserven mobilisiert
Aber diesmal hat sich aus einer vermeintlich unscheinbaren grauen Wolke plötzlich ein Eissturm entwickelt, der ihnen bald die Sicht raubte. Ein Abstieg wäre zu gefährlich gewesen, so Bübl: „Mit den letzten Kraftreserven ging es weiter bergauf. Trotz völlig vereistem Gesicht erkannten wir unsere einzige Chance – nämlich, es fast blind zur rettenden Fischerhütte zu schaffen. Dort gab es Handyempfang – aber Rettungskräfte sind bei dem Sturm ohnehin keine Option gewesen.“

Lebensgefährlicher Wetterumschwung
In der – im Winter unbesetzten – Unterkunft wärmten sie sich bei einem kleinen Heizautomaten, vorausgesetzt, man warf Münzen ein – was in dem kargen Raum immerhin für knapp minus zehn Grad Wärme auf den kargen Matratzen sorgte. Das Schneeberg-Drama werden die beiden Freunde immer im Hinterkopf haben – vor allem eines: „Es ist kaum zu fassen, wie schnell ein Wetterumschwung lebensgefährlich werden kann – auch wenn es ein nur vermeintlich ,kleiner’ Berg ist.“

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