Karl Markovics spielt neben Luna Wedler die Hauptrolle im neuen Kinofilm „Sie glauben an Engel, Herr Drowak?“ Die „Krone“ sprach mit ihm über den schrägen Schwarz-Weiß-Film.
In einer Art surrealen Parallelwelt lockt die lebensfrohe Studentin Lena den Misanthropen Hugo Drowak aus der Reserve: „Sie glauben an Engel, Herr Drowak?“ (ab sofort im Kino) stellt Fragen zum Leben, zur Liebe und zur Poesie. Karl Markovics spielt den zuerst abweisenden Herrn Drowak: „Ich fand die Rolle sehr anspruchsvoll, aber sie hat einem auch unglaublich viel Möglichkeiten gegeben. Durch die aufwendige Hautverfremdung und Schminke saß ich jeden Tag zwei Stunden in der Maske, was für einen ungeduldigen Menschen wie mich alleine schon eine Herausforderung war. Aber es war eine unglaublich schöne Konzentrationsübung und ein meditativer Prozess. Es hilft einem, in diese Figur zu kommen und den Dingen einfach ihren Lauf zu lassen.“
Bei der Weltpremiere des österreichischen Films von Nikolaus Steiner in Shanghai habe es extreme Reaktionen im Publikum gegeben: „Es war ein Mann in der ersten Reihe, der in Tränen ausgebrochen ist und der plötzlich auf Chinesisch in einen Redeschwall ausgebrochen ist.“ Sein Lebensgefühl habe sich im Film widergespiegelt: „Er sagte, dass es so wenig Empathie gäbe, dass Menschen mit sich selbst und ihren Nöten so alleingelassen werden in einer teilweise unmenschlichen oder entmenschlichenden Umgebung. Und wie wenig es eigentlich bräuchte, um aufeinander Rücksicht zu nehmen.“
Genau diese Botschaft vermittelt der Schwarz-Weiß-Film, in dem auch Luna Wedler („22 Bahnen“) als die aufgeweckte, offene Lena brilliert: „Ich habe bei ihr nie das Gefühl gehabt, mit einer besonders jungen Schauspielerin zu spielen, weil sie hat abgesehen von den vielen Rollen, die sie schon gespielt hat, eine sehr große Reife.“ Es sei in diesem Projekt sehr wichtig gewesen, einander zu vertrauen, da man es „mit teilweise extremen Emotionen“ zu tun gehabt habe.
Nicht nur das Publikum entlässt „Sie glauben an Engel, Herr Drowak?“ mit vielen Gedanken und Fragen, auch Markovics erinnert sich oft daran: „Der Satz, der mir aus dem Film hängen geblieben ist, ist: ,Bitte verrohen Sie nicht!’ Und das ist ein unglaublich schönes Motto. Weil es auf eine sehr höfliche Art etwas sehr Dringliches ausdrückt, aber in eine Bitte kleidet. Und das ist gerade in unserer heutigen Zeit ein Motto, das wir uns selbst erst einmal geben und dann den anderen als Bitte auch weitergeben können.“
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