Umgang mit Unwettern
Portugals Innenministerin tritt nach Kritik zurück
Portugals Innenministerin Maria Lúcia Amaral ist nach Kritik am Umgang mit den schweren Unwettern in den vergangenen Wochen zurückgetreten. Sie sei der Ansicht, dass sie nicht mehr über die „persönlichen und politischen Voraussetzungen“ für das Amt verfüge, teilte die Regierung in Lissabon mit.
Ihre Aufgaben würden vorübergehend von Ministerpräsident Luís Montenegro übernommen, hieß es weiter. In Portugal wurde sowohl die unzureichende Vorbereitung auf die jüngsten Stürme als auch das Krisenmanagement der Regierung kritisiert. Die Opposition sieht in Amarals Rücktritt eine Bestätigung darin, dass die konservative Regierung versagt habe.
Bei den Unwettern in dem südeuropäischen Land kamen mindestens 13 Menschen ums Leben. So ertrank etwa ein Rettungshelfer in einem Fluss, nachdem er versucht hatte, ein überschwemmtes Gebiet zu durchqueren. Auch im Nachbarland Spanien kam eine Frau in einem Fluss ums Leben. In beiden Ländern wurde das Militär hinzugezogen, in einigen Gebieten wurde die zweithöchste Warnstufe orange verhängt. Stauseen und Flüsse traten über die Ufer. In Spanien wurden insgesamt 11.000 Menschen vorübergehend evakuiert, in Portugal ungefähr 1000 Personen, die in niedrig gelegenen Regionen wohnen.
In einem Gebirgsort in Andalusien wurden sogar Erschütterungen wie bei einem Erdbeben durch Wassermassen registriert, die im Untergrund aus höheren Lagen unter die Stadt flossen. Der gesamte Ort musste wegen Einsturzgefahr geräumt werden.
Seltene Wetterlage über dem Atlantik
„Marta“, das siebente Sturmtief seit Jahresbeginn, hatte Starkregen, Orkanböen und hohe Wellen an den Küsten Portugals und Andalusiens im Süden Spaniens ausgelöst. Erst wenige Tage zuvor hatte Sturm „Leonardo“ die Region heimgesucht. Inzwischen hat sich die Lage bis auf Regenfälle wieder einigermaßen entspannt. Meteorologinnen und Meteorologen erklären die ungewöhnliche Serie an Winterstürmen mit einer seltenen Wetterlage über dem Atlantik. Ein Hochdruckgebiet über Grönland und Island habe sich weiter als sonst nach Süden ausgebreitet. Das Hoch, das normalerweise bei den Azoren liege, befinde sich daher weiter südlich als sonst. Üblicherweise betreffen Atlantiktiefs eher Großbritannien und Deutschland.









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