Trauer und Wut

Gebäudeeinsturz im Libanon fordert 14 Todesopfer

Ausland
09.02.2026 12:21
Porträt von krone.at
Von krone.at

Beim Einsturz eines Wohnhauses in der libanesischen Küstenstadt Tripoli sind am Sonntag 14 Menschen – darunter auch auch ein Kind – ums Leben gekommen. Zur Trauer mischt sich unter den Angehörigen und Anrainern auch Wut, denn das alte Gebäude war – so wie rund 16.000 weitere Häuser im gesamten Land – in keinem guten Zustand mehr.

Das Unglück ereignete sich im verarmten Stadtviertel Bab al-Tabbaneh. Das eingestürzte Gebäude bestand nach Angaben der libanesischen Nachrichtenagentur NNA aus zwei Blöcken mit jeweils sechs Wohnungen. Auch mehrere umliegende Gebäude wurden wegen Einsturzgefahr geräumt. Acht Bewohner, darunter ein Kind, seien gerettet worden, teilte der libanesische Zivilschutz in der Nacht auf Montag mit.

Es war schon der zweite tödliche Hauseinsturz in Tripoli seit Ende Jänner.
Es war schon der zweite tödliche Hauseinsturz in Tripoli seit Ende Jänner.(Bild: EPA/WAEL HAMZEH)

Es war schon der zweite tödliche Hauseinsturz in Tripoli seit Ende Jänner. Präsident Joseph Aoun wies den Rettungsdienst an, sich neben dem Rettungs- und Bergungseinsatz auch um die evakuierten Bewohner des eingestürzten Gebäudes und der benachbarten Gebäude zu kümmern.

Viele Immobilien seit Explosion im Jahr 2020 einsturzgefährdet
In dem kleinen Land am Mittelmeer sind nach Angaben des Immobilienverbands LPA rund 16.000 Gebäude oder mehr einsturzgefährdet, die meisten davon in der Hauptstadt Beirut sowie in Tripoli im Norden. In Beirut hat die schwere Explosion im Hafen von Beirut im Jahr 2020 die Einsturzgefahr an einigen Gebäuden durch die damals schwere Erschütterung noch erhöht. Das schwere Erdbeben im Jahr 2023 im türkisch-syrischen Grenzgebiet beschädigte ebenfalls die Substanz einiger Häuser.

In Tripoli zogen Bewohner nach dem Wohnhauseinsturz am Sonntag wütend auf die Straße. Einige fuhren laut einem Bericht der Staatsagentur NNA mit Motorrädern zu den Büros örtlicher Politiker und beschädigten Barrikaden.

Viele können sich dringende Sanierungen nicht leisten
Der Libanon steckt seit Jahren in einer der schwersten Wirtschafts- und Finanzkrisen seiner Geschichte. Die örtliche Währung hat seit 2019 mindestens 98 Prozent ihres Werts verloren. Weil Preise für Baumaterial extrem gestiegen sind, können sich viele Bauunternehmer, Eigentümer und Mieter keine Reparaturen leisten und dringend notwendige Sanierungen werden verzögert.

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