„Betrüger-Gen von Gil“

Antisemitismus-Vorwurf gegen Show von Stefan Raab

Stars & Society
03.02.2026 19:08
Porträt von krone.at
Von krone.at

Schwerer Antisemitismus-Vorwurf gegen den deutschen Entertainer Stefan Raab und seine RTL-Show. In einem Einspieler wurde dem umstrittenen Dschungelcamp-Teilnehmer Gil Ofarim ein „Betrüger-Gen“ unterstellt. Der Sender löschte inzwischen den Einspieler.

Stefan Raab zieht seit 27. Jänner in sechs Live-Ausgaben von „Die Stefan Raab Show – Die halbe Stunde nach der Stunde danach“ um 23.30 Uhr auf RTL sein satirisches Resümee auf den Dschungeltag.

„Das bringt uns zum Betrüger-Gen von Gil ...“
Gleich bei der ersten Show am 27. Jänner – am Internationalen Holocaust-Gedenktag – wurde der umstrittene Einspieler ausgetrahlt. Begleitet von vielen Lachern widmete sich Raab der Teilnahme des umstrittenen Sängers Gil Ofarim am Dschungelcamp. Raabs bekannte Off-Stimme sagte dabei: „Das musikalische Talent hat er von seinem Vater Abi Ofarim, der in Wirklichkeit kein Abi hatte.“

Gil Ofarim sitzt derzeit im Dschungelcamp in Australien.
Gil Ofarim sitzt derzeit im Dschungelcamp in Australien.(Bild: RTL / Hintergrund KI-generiert)

Danach ist zu sehen, wie ein Markthändler, der vor einem Stand Äpfel in einen Plastiksack wirft, offenbar absichtlich, einige Äpfel in seinem schwarzen Einkaufstrolley. Der Mann stiehlt also. Danach ist zu hören: „Das bringt uns zum Betrüger-Gen von Gil, das er seinem Onkel Samuel zu verdanken hat.“

Eine Analyse des besagten Einspielers:

Zu Ofarims Musik wurden darüber hinaus tanzende Ultraorthodoxe gezeigt, während behauptet wurde, der Musiker Gil lande bei der „jüdischen Gemeinde“ einen Hit nach dem anderen. Außerdem bob die Sendung ein Gewinnspiel namens „Geld oder Gil“ an.

„Das kann man nicht anders nennen als antisemitisch“
Es sind Klischees über jüdisches Leben und die offensichtliche Verwendung antisemitischer Metaphern, die Juden an sich offenbar als betrügerisch skizzieren sollen. Das könne „man nicht anders nennen als antisemitisch“, schrieb die Journalistin Ayala Goldmann in der „Jüdischen Allgemeinen“. Die Ausstrahlung des Einspielers signalisiere, dass Antisemitismus am Holocaust-Gedenktag im deutschen Fernsehen offenbar „normal und sogar lustig“ sei. RTL müsse Konsequenzen ziehen.

Clip wurde von RTL inzwischen gelöscht
Nach dem medialen Wirbel in Deutschland gab RTL nun bekannt, dass der besagte Clip inzwischen offline genommen wurde. In einer Erklärung hieß es, dass der Sender „jede Form von Antisemitismus entschieden“ zurückweise. „Zugleich sehen wir ein, dass der Einspieler zu Missverständnissen führen konnte. Vor diesem Hintergrund nehmen wir den Beitrag offline und werden künftige Inhalte noch sensibler daraufhin prüfen, welche Deutungen sie ermöglichen.“

Zitat Icon

Wir nehmen den Beitrag offline und werden künftige Inhalte noch sensibler daraufhin prüfen, welche Deutungen sie ermöglichen.

Reaktion des TV-Senders RTL

Weiter hieß es, dass der Beitrag sich mit der Person Gil Ofarim auseinandersetze „und seinem öffentlichen Auftreten im Kontext der bekannten Betrugsvorwürfe, insbesondere mit der von ihm selbst erhobenen und später widerlegten Behauptung eines antisemitischen Vorfalls“. Anlass für die „humoristisch überspitzte Befassung mit seiner Person“ sei „ausschließlich dieses Verhalten und die mediale Inszenierung der eigenen Person“ gewesen.

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