Reaktionen auf Tod

Politik und Kirche trauern um Alt-Bischof Aichern

Oberösterreich
31.01.2026 18:00
Porträt von Krone Oberösterreich
Von Krone Oberösterreich

Mit einem 15-minütigen Läuten lud am Samstag die große Glocke des Linzer Mariendoms zum Gebet für den verstorbenen Altbischof Maximilian Aichern (93) ein, der in den frühen Morgenstunden für immer seine Augen geschlossen hatte. Vertreter aus Politik und Kirche würdigten ihn als Brückenbauer und moralische Säule.

„Altbischof Maximilian Aichern war eine moralische und geistige Säule unseres Landes. Wir verlieren einen großen Seelsorger und einen bedeutenden Vertreter des sozialen Gewissens in Österreich“, meldete sich Landeshauptmann Thomas Stelzer nach dem Ableben Maximilian Aicherns zu Wort. Im Jänner 1982 wurde der gebürtige Wiener im Linzer Mariendom geweiht und leitete die Diözese Linz fast 24 Jahre lang.

Stets Dialog gesucht
Dazu Bischof Manfred Scheuer: „Traurig, aber mit großer Dankbarkeit, blicke ich auf das Wirken von Bischof Maximilian Aichern, der unsere Diözese mit seinem weiten Herzen, seiner Menschenfreundlichkeit und seinem tiefen Glauben geprägt hat. Er war ein Brückenbauer, der stets den Dialog suchte – in der Kirche ebenso wie in der Gesellschaft.“

Aichern bei der Feier seines 30-jährigen Priesterjubiläums.
Aichern bei der Feier seines 30-jährigen Priesterjubiläums.(Bild: Jack Haijes)
Aichern (l.) mit dem späteren Papst Benedikt.
Aichern (l.) mit dem späteren Papst Benedikt.(Bild: Christian Koller)
Der Alt-Bischof bei der 76. Befreiungsfeier im KZ Ebensee im Mai 2021.
Der Alt-Bischof bei der 76. Befreiungsfeier im KZ Ebensee im Mai 2021.(Bild: Marion Hörmandinger)

Offen uns sozial
Caritas OÖ-Direktor Stefan Pimmingsdorfer würdigte den Verstorbenen als „Sozialbischof“, dessen Wirken stets von unermüdlichem Einsatz für die Schwächeren geprägt gewesen sei. Der Rektor der Katholischen Privat-Universität Linz, Michael Fuchs, erinnert sich an einen Menschen, der sich durch große Offenheit auszeichnete: „Viele der Kontakte, die für die interdisziplinäre Arbeitsgemeinschaft Wirtschaft – Ethik – Gesellschaft unserer Universität prägend sind, gehen auf Bischof Maximilian zurück.“

Landespolitik trauert
Landesrat Martin Winkler (SPÖ) beschrieb Aichern als „inspirierende Persönlichkeit“, für Landesrat Stefan Kaineder (Grüne) war er „ein Verbinder, der stets das Gemeinsame vor das Trennende gestellt hat“ und LH-Stv. Manfred Haimbuchner (FPÖ) würdigte seinen Einsatz für Arbeitslose und den freien Sonntag.

Schwarze Flaggen
Der Linzer Bürgermeister Dietmar Prammer (SPÖ) meinte: „Aichern war moralische Instanz und wichtiger Ansprechpartner für unsere Stadt“. Nach seinem Tod wurden als Zeichen der diözesanweiten Trauer alle kirchlichen Gebäude schwarz beflaggt.

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