Während viele Händler um jeden Cent Umsatz kämpfen, schreibt ein Diskonter seine Erfolgsgeschichte scheinbar mühelos weiter: Action, der Non-Food-Spezialist aus den Niederlanden, legte 2025 kräftig zu. Ein Nettoumsatz von 16 Milliarden Euro bedeutet ein Plus von über 16 Prozent.
Hinter den nackten Zahlen verbirgt sich eine Strategie, die den Diskont-Wettbewerb in Europa zunehmend unter Druck setzt: Im Durchschnitt strömten europaweit letztes Jahr 21,6 Millionen Kunden wöchentlich in die blau-weißen Geschäfte von Action. Diese Frequenz ist ein Schlag ins Gesicht für andere Billiganbieter und Händler, die um die gleiche preisbewusste Kundschaft buhlen. Das Unternehmen kann offenbar direkt von der angespannten finanziellen Lage vieler Haushalte profitieren. Wo anderswo gespart wird, scheint der Reiz der „kleinen Preise“ ungebrochen.
Massenandrang im Billigsegment: Der Kunde stimmt mit den Füßen ab
„Da viele Familien mit steigenden Kosten und wirtschaftlicher Unsicherheit konfrontiert sind, sind sie für die von ihnen benötigten Produkte auf uns angewiesen. Andere entscheiden sich einfach dafür, nicht mehr auszugeben, als sie müssen“, sagt Hajir Hajji, CEO von Action. Die Kette verstehe sich nicht nur als Alternative, sondern in wirtschaftlichen Krisenzeiten als Notwendigkeit – eine gefährliche Entwicklung für Mitbewerber.
Die Flächen-Offensive: Expansion als Waffe im Verdrängungswettbewerb
Die eigentliche Waffe im Kampf um Marktanteile ist jedoch die schiere Expansionsgeschwindigkeit. 384 neue Filialen in einem Jahr – das übertrifft das bereits ehrgeizige Ziel von „einem Laden pro Tag“ bei Weitem. Mit inzwischen über 3300 Standorten in 14 Ländern baut Action seine Präsenz massiv aus. Jede neue Filiale in einer Innenstadt oder einem Gewerbegebiet bedeutet potenziell weniger Kunden für die bereits ansässige Konkurrenz.
Nach der Eroberung der Schweiz und Rumäniens im Vorjahr sind für 2026 bereits die nächsten Zielländer ausgerufen: Kroatien und Slowenien. Diese aggressive Internationalisierungsstrategie weitet das Schlachtfeld aus.
Mehr als nur Preisdruck: Die Stabilisierung durch Jobs und Standorte
Während das Wachstum für die Konkurrenz bedrohlich ist, festigt es Actions eigene Position. Die Schaffung von über 4500 neuen Jobs im Jahr 2025 macht das Unternehmen inzwischen zu einem wichtigen regionalen Arbeitgeber. Über 84.000 Beschäftigte bedeuten auch politisches Gewicht und verankern die Marke in den Gesellschaften vor Ort. Diese Strategie soll Akzeptanz sichern und die weitere Expansion erleichtern.
Der europäische Diskont-Markt im Wandel
Actions Zahlen sind ein Indikator für einen sich verhärtenden Wettbewerb. Der Non-Food-Diskonter beweist, dass das Geschäftsmodell des extrem günstigen Sortiments in wirtschaftlich schwierigen Zeiten hochprofitabel sein kann. Für die Konkurrenz ist dies eine deutliche Warnung. Es reicht nicht mehr, nur günstig zu sein. Die Kombination aus aggressiver Expansion, massiver Kundenfrequenz und der gezielten Positionierung als „notwendige“ Einkaufsstätte sorgt für eine neue Dynamik im Kampf um die Diskont-Kunden.
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