Über die Gruppengröße in Kindergärten ist zuletzt ein Zwist zwischen der FPÖ, in der Steiermark für Bildung verantwortlich, und der KPÖ ausgebrochen. Am 3. März findet nun ein von der Opposition geforderter Bildungsgipfel statt. Dieses und andere Themen stehen im Rampenlicht.
Kinderbetreuungsplätze sind ein leidiges Thema. Immer noch gibt es viel zu wenige adäquate Angebote in der Steiermark. Das Bundesland hinkt österreichweit oft hinterher. Außerhalb von Graz werden z.B. nur 31 Prozent der Kindergärten ganztägig geführt (Zahlen: Kinderbetreuungsatlas 2025).
Ein heftiger Personalmangel vor ein paar Jahren führte zu ersten Maßnahmen wie einer leichten Gehaltserhöhung oder einer Prämie für neue Elementarpädagoginnen. Auch eine Verkleinerung der Gruppengrößen im Kindergarten wurde beschlossen – damals noch unter ÖVP-Landesrat Werner Amon. Man wollte statt 25 auf 20 Kinder pro Gruppe kommen. Mit einer jährlichen Absenkung wäre das bis zum Jahr 2027/28 gelungen.
KPÖ erfreut über Gipfel, aber skeptisch
Doch kleinere Gruppen heißt auch mehr Bedarf an Plätzen – die bekanntlich fehlen. Ende 2025 verkündete die blau-schwarze Landesregierung, dass man nun drei Jahre aussetzt, dann auf 21 gesenkt wird, wieder drei Jahre gewartet wird und das Ziel dann im Jahr 2031 erreicht werden soll. Die KPÖ reagierte mit Kritik und forderte – wie schon seit einem Jahr – abermals einen Bildungsgipfel. Dieser soll jetzt, wie die „Krone“ weiß, tatsächlich am 3. März in der Steiermark stattfinden.
Die Einladungen wurden verschickt, bestätigt das Büro von Bildungslandesrat Stefan Hermann (FPÖ). „Ich freue mich, dass der Gipfel kommt“, sagt KPÖ-Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler. „Nur, wenn der Herr Landesrat die Dinge schon umsetzt, bevor er mit den anderen redet, ist das mehr ein Informieren statt Einbinden“, kritisiert sie.
Gemeint ist etwa das Aussetzen der Gruppenabsenkung. Klimt-Weithaler pocht auf ein Festhalten am Ziel: „Natürlich bedeutet die Gruppenabsenkung, dass es einen Ausbau braucht, da müsste man sich langfristig die Finanzierung überlegen.“ Außerdem fordert sie bessere Rahmenbedingungen für Tageseltern und eine Strategie für die Inklusion.
FPÖ: „Wollen keine politische Showbühne“
Seitens des Bildungslandesrats heißt es, dass man „keine politische Showbühne“ haben wolle. Der Bildungsgipfel soll ähnlich dem Gewaltbeirat (Anm. nach dem Grazer Amoklauf) funktionieren. Die Klubobleute aller Parteien können entweder selbst kommen oder ihre Bildungssprecher schicken sowie Experten entsenden.
„Zu jedem Themenblock sollen zehn Experten diskutieren, sie können wechseln oder gleich bleiben“, so das Büro von Hermann. Die Themenblöcke sind: Inklusion in der Elementarbildung, pädagogische Qualitätssicherung und Ausbau/bedarfsgerechte Kinderbetreuung. „Es soll auf Expertenebene diskutiert werden, wo es Besserungen braucht und was realistisch ist, umzusetzen. Natürlich hoffen wir auf einen Output.“
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