Bei den heftigen Aufregungen in Niederösterreich um stundenlanges Warten bei Klinik-Überstellungen und weiteren Sekundärtransporten schaltet sich nun auch der zuständige Spitalslandesrat Anton Kasser ein. Falls ein reibungsloser Transport nicht „umgehend und nachhaltig“ funktioniere, droht der ÖVP-Politiker mit Konsequenzen.
Ältere Spitalspatienten, die in „Krankenhaustracht“ nur 500 Meter von der Klinik in Waidhofen an der Thaya zur Untersuchung ins private Radiologieinstitut gebracht werden. Und dann dort ohne Essen und Trinken stundenlang warten müssen, um dann zurückgebracht zu werden! „Das 2026 in Mitteleuropa“, ärgern sich Waldviertler lautstark. Oder eine 72-Jährige mit Schenkelbruch im Spital Gmünd: Um 16.36 Uhr werden die exklusiv mit Sekundärtransporten beauftragten Johanniter gerufen. Um 20 Uhr wurde die Dame dann erst abgeholt und nach Zwettl gebracht.
Nur zwei weitere von vielen Fällen im Waldviertel – die „Krone“ berichtete über lange, schmerzhafte Wartezeiten für einen 21-Jährigen mit doppeltem Beinbruch oder stundenlangem Bangen einer Mutter wegen einer Kopfverletzung ihrer Zehnjährigen (siehe oben). Meldungen über unzumutbare Wartezeiten werden jetzt aber auch aus anderen Regionen laut.
„Kein Platz für Ausreden!“
Nun reicht es auch Spitalslandesrat Anton Kasser: „Der Patiententransport hat zu funktionieren! Da gibt es keinen Platz für Diskussionen, Ausreden oder Zuständigkeitsdebatten.“ In den Kliniken des Landes würden laut Kasser Mitarbeiter jeden Tag mit Hochdruck an der bestmöglichen Versorgung der Niederösterreicher arbeiten.
„Wenn dann ausgerechnet der Transport von einem Klinikstandort zum anderen scheitert, ist das für mich nicht akzeptabel. Ein reibungsloser, zeitnaher Transport ist für jeden Menschen in NÖ eine Selbstverständlichkeit – für mich als zuständigen Landesrat genauso wie für jeden anderen! Verzögerungen und weite Wege haben da keinen Platz“, gibt Kasser klar die Richtung vor und erwartet sich, dass sich die Situation „umgehend und nachhaltig bessert“. Sollte dies nicht der Fall sein, „müssen weitere Schritte gesetzt werden“, nimmt der Landesrat die verantwortlichen Organisationen in die Pflicht.
Waldviertler fordern Waldviertel-Stützpunkt
Der Spitalsbetreiber LGA nahm die Johanniter bereits eindringlich „ins Gebet“, wovon er sich deutliche Besserungen erhofft: So werden im Waldviertel nun fünf statt drei Autos für Sekundärtransporte eingesetzt. Eines wird tagsüber in einer Klinik der Region stationiert. „Die Transporte in der Region müssen aus unserer Region geschehen, damit Patienten schnell ins richtige Spital kommen“, fordert ÖVP-Bundesratsabgeordneter Sebastian Stark einen Stützpunkt im Waldviertel.
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