Seit 45 Jahren kümmern sich die Berufsdetektive des Salzburger Familienbetriebes Staroch um die Sicherheit im Handel und von Privatpersonen. Chefin Carina Staroch sprach mit der „Krone“ über organisierte Banden, Fälle von Mitleid mit Ladendieben und was deren beliebteste „Mitbringsel“ sind.
Als vergangenen Oktober drei Mountainbikes aus einem Radgeschäft in Schwechat (NÖ) gestohlen wurden, schlug die Stunde eines Berufsdetektivs. Tage später erkannte jener nach Lektüre des „Krone“-Artikels einen der Langfinger – und lieferte den Dieb der Polizei aus.
Ein schöner Erfolg, lobt Chefin Carina Staroch. Die Salzburgerin leitet die gleichnamige Detektei, die ihr Vater vor 45 Jahren gegründet hatte.
Organisierte Banden und klassische Ladendiebe werden mehr
20 Detektive habe man im Moment, jene seien zwischen Salzburg und Wien in Kaufhäusern unterwegs, kümmern sich auch um Personen- und Begleitschutz. Banden wie jene, die die Fahrräder gestohlen hätten, beschäftigen ihre Detektive in letzter Zeit häufig. Meist handle es sich um Polen, die sich als Ukrainer ausgeben. Sie klappern, so Staroch, die Autobahnen und Bundesstraßen ab – und lassen in vielen Geschäften auf Bestellungen hochpreisigen Champagner oder Rasierklingen mitgehen.
Nicht nur Banden, auch „normale“ Ladendiebe würden immer mehr, meint die Expertin.
Es gibt keine Schicht in der Gesellschaft, die nicht stiehlt. Wir haben schon Polizisten, Nonnen und Richter dabei erwischt.
Berufsdetektivin Carina Staroch im „Krone“-Gespräch
Lesebrillen und Batterien, Modeschmuck und Textilien sowie Elektrogeräte seien die häufigsten „Mitbringsel“ der Ladendiebe. Erwischt habe sie über die Jahre schon Diebe aus allen Gesellschaftsschichten. Ob Polizist, Nonne, Richter oder Botschafter – manche rechtfertigen ihre Tat mit: „Ich hab’ vergessen, zu bezahlen“, andere mit Sätzen wie: „Es steht mir zu.“
90 Prozent der Fälle laufen ruhig ab
Was den Großteil der Diebe eint, ist die Scham, wenn sie erwischt werden. Ihre Detektive seien ausgebildet, ohne Schubladendenken und Beschimpfungen auszukommen – man behandle alle als Menschen und alle gleich. Staroch: „Wir schauen, dass wir alles ruhig abhandeln.“
In 90 Prozent der Fälle gelinge das. Zu gefährlichen Szenen kam es bei ihr bisher noch nicht. Eher zu Berührendem: Einmal habe ein älterer Herr Katzenfutter, Semmerl und Käse gestohlen. Das Futter für seine Katze bezahlte er, den Rest legte er zurück, weil er es sich nicht leisten konnte. Es sei schwer, hart zu bleiben, erzählt Staroch.
Job als Berufsdetektiv herausfordernder als gedacht
Den Job als Berufsdetektiv könne nicht jeder machen, er sei komplexer als gedacht. In einem Zimmer müsse man auf Monitoren bis zu 48 Kameras überwachen. Zusätzlich stellt jedes Geschäft Detektive vor eigene Herausforderungen. Und man brauche ein Auge dafür, wer stiehlt und wer nicht. Ihr Kollege in Wiener Neustadt hatte das Auge – und stellte den Radldieb, den er in der „Krone“ gesehen hatte.
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