Rabenhof-Premiere

Die Pension Schöller landet in den Roaring Sixties

Kultur
13.01.2026 18:00

Die legendäre „Pension Schöller“ zieht in den Wiener Rabenhof und feiert dort am Mittwoch Premiere: Ruth Brauer-Kvam inszeniert den Klassiker als wildes Musikstück. „Professor Schöller“ alias Florian Carove im Interview.

Die „Pension Schöller“ logiert ab heute im Wiener Rabenhof. Regisseurin Ruth Brauer-Kvam verarbeitet den Klassiker zu einem wilden Mix aus Schauspiel und Musical, stilistisch zwischen Operette und den Roaring Sixties.

Der Wiener Florian Carove, 50, der gerade u. a. an der Volksoper in „Killing Carmen“ als Moralès brilliert, spielt Professor Schöller: „Das ist für mich eine ganz besondere Rolle, denn ich habe so was noch nie gespielt“, lacht Carove im „Krone“-Gespräch, „denn er ist immer sehr, sehr ruhig (lacht) und zuckt dann plötzlich aus. Herrlich explosiv! In der Verfilmung aus dem Jahr 1960 hat ihn damals Theo Lingen gespielt. Großartig! Und ich habe mir davon ein bisschen die Sprache abgeschaut.“

Carove hat 20 Jahre lang – der Liebe wegen – in Frankreich gelebt und gearbeitet (2024 drehte er den Film „Boys Like Us“). Nach seiner Rückkehr nach Wien fand er im Bronski & Grünberg eine Theaterheimat, ist „dieser Bühne bis heute treu!“

Der damalige Direktor Alexander Pschill rückte fortan Caroves komödiantische Seite verstärkt ins Rampenlicht: „Ich fühle mich auf der lustigen Seite schon sehr wohl, aber nicht nur. Ich mag alle Seiten. Das Schöne ist, dass sich die verschiedenen Genres Musical, Schauspiel, Oper und Ballett mittlerweile im Theater mischen – das ist fantastisch. So wie auch in der „Pension Schöller“, wo es natürlich witzig zugeht, ich aber auch die Traurigkeit in meiner Figur zeigen kann. Das ist das Schöne, und das ist das, was mich am meisten interessiert. Ich suche bei meinen Rollen immer nach persönlichen Anknüpfungspunkten, das heißt, ich muss irgendein Verständnis für eine Figur haben, um sie gut spielen zu können!“

Zitat Icon

Es täte uns allen gut, uns selbst immer wieder nicht ganz so ernst zu nehmen. Die größte Befreiung liegt doch darin, über uns selbst lachen zu können.

Florian Carove

„Pension Schöller“

  • Das Lustspiel von Wilhelm Jacoby und Carl Laufs wurde am 7. Oktober 1890 in Berlin uraufgeführt.
  • Gutsbesitzer Klapproth möchte von seinem Neffen Alfred eine Irrenanstalt von innen gezeigt bekommen. Alfreds Freund empfiehlt ihm, seinem Onkel die Pension Schöller zu zeigen, deren Gäste ziemlich exzentrisch sind. Klapproth amüsiert sich prächtig. Die Situation eskaliert, als die vermeintlichen Irren Klapproth besuchen.
  • Regisseurin Ruth Brauer-Kvam bearbeitet die Komödie für das Theater im Rabenhof. Es spielen  Caroline Frank, Doris Hindinger, Florian Carove, Gerhard Kasal, Sebastian Wendelin und Robert Slivovsky. Premiere ist am 14. Jänner

Warum funktioniert die „Pension Schöller“, die am 7. Oktober 1890 in Berlin uraufgeführt wurde, auch heute noch so gut? „Einfach wegen dieses absoluten Missverständnisses“, so Carove, „hochgradig neurotische Menschen kommen zusammen und der eine denkt vom anderen, dass er psychopathisch ist. Einfach wahnsinnig genial!“

Ab März ist er im Bronski als Mephisto in Moritz Beichels „Faust“-Adaptation und in einer spannenden Rolle in der Netflix-Erfolgsserie „Crooks 2“ zu sehen – gibt’s denn da noch irgendwelche Wünsche? „Oh ja“, schmunzelt Florian Carove, „ich möchte den Rosaroten Panther spielen, am liebsten in einem Miniserienformat. Ja, das will ich wirklich machen, weil ich kann das!“

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