Protest von 300 Bauern

Widerstand gegen Mercosur rollt durchs Burgenland

Burgenland
10.01.2026 19:00

Mit einem Traktorkorso im Bezirk Neusiedl am See protestierten Landwirte aus dem Burgenland, Niederösterreich und Ungarn gegen das EU-Mercosur-Abkommen. Sie warnen vor unfairer Konkurrenz, sinkenden Standards und einer Freihandelszone mit über 700 Millionen Menschen.

Es war ein Protest mit Signalwirkung! Mit schwerem Gerät rollten die Bauern an. 300 Teilnehmer aus dem Burgenland, Niederösterreich und Ungarn haben im Bezirk Neusiedl am See gegen das geplante EU-Mercosur-Handelsabkommen demonstriert.

Damit würde eine Freihandelszone mit mehr als 700 Millionen Einwohnern entstehen. Sie umfasst die EU sowie die südamerikanischen Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay.

Landwirtschaftskammer-Präsident Niki Berlakovich mit Organisator Ernst Tschida.
Landwirtschaftskammer-Präsident Niki Berlakovich mit Organisator Ernst Tschida.(Bild: Reinhard Judt)

Mit einem Traktorcorso und einer Kundgebung in Parndorf wollten die Bauern auf mögliche Folgen für die heimische Landwirtschaft und die Lebensmittelqualität aufmerksam machen. Organisator Ernst Tschida schöpfte aus dem großen Zuspruch aus der Bevölkerung Hoffnung. Man sei „irrsinnig dankbar gegenüber den Bürgern, die das positiv aufgenommen haben, und gegenüber den Berufskollegen, die das mitgetragen haben“, so sein Resümee.

Landwirte befürchten Qualitätsverlust
Ziel des Protests sei gewesen, aus Sicht der Landwirte auf drohende Folgen des Abkommens hinzuweisen. „Sollte es zu einem Abbau von Qualitätsstandards kommen, würden letztlich alle verlieren. Die Gesellschaft bekommt schlechtere Lebensmittel und wir verlieren unsere Arbeitsgrundlage“, gab Tschida zu bedenken. Hormonfleisch aus Südamerika brauche es nicht: „Wir haben gesunde Lebensmittel in Europa.“

Rund 300 Bauern setzten mit 120 Traktoren im Bezirk Neusiedl am See ein deutliches Zeichen gegen ...
Rund 300 Bauern setzten mit 120 Traktoren im Bezirk Neusiedl am See ein deutliches Zeichen gegen das EU-Mercosur-Abkommen. Der Protest verlief ruhig, die Botschaft war unübersehbar.(Bild: Reinhard Judt)

Entscheidung fällt im EU-Parlament
Der Protest sei bewusst als politisches Signal gesetzt worden. „Nein, es ist noch nichts vorbei.“ Das Abkommen müsse noch durch das EU-Parlament, wo 700 Abgeordnete darüber entscheiden. Die Mandatare sollten erklären, warum sie zustimmen – „doch nicht etwa wegen zwei Prozent Wirtschaftswachstum?“ Entscheidend sei, wie Qualität künftig garantiert werde. Gefordert sind verpflichtende Herkunftskennzeichnungen und ein klares Angebot der EU an die Landwirtschaft.

Unterstützung aus der Politik
Rückendeckung erhielten die protestierenden Bauern von breiter Seite: Sowohl Landwirtschaftskammer-Präsident Niki Berlakovich und Agrar-Landesrätin Anja Haider-Wallner (Grüne) als auch die SPÖ-Bauern und die Freiheitliche Bauernschaft stellten sich geschlossen gegen das EU-Mercosur-Abkommen. Gewarnt wird vor unfairen Wettbewerbsbedingungen sowie Gefahren für Qualitäts- und Tierwohlstandards, insbesondere für kleinstrukturierte Betriebe.

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