Ein Jahr Pfand

Wie Dosen plötzlich wertvoll wurden

Klima
05.01.2026 08:00

Seit 1. Jänner 2025 gibt es nun das neue Pfandsystem in ganz Österreich. Ein kleines Logo, ein kurzer Knopfdruck – und Österreichs Landschaft atmet durch das ökologische Rückgabesystem spürbar auf.

Wer heute an der Donau spaziert oder mit den Kindern über den Spielplatz geht, sieht weniger Glänzendes im Gras. Keine zerdrückten Alu-Dosen, kaum noch PET-Flaschen im Gebüsch. Seit genau einem Jahr läuft Österreichs Einweg-Pfandsystem – und es zeigt Wirkung. Still, aber messbar. Für die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 ist das Jubiläum ein Moment der Bestätigung.

„Der Kampf für das Einweg-Pfand hat sich ausgezahlt“, sagt Anna Leitner, Sprecherin für Ressourcen bei GLOBAL 2000. „Flussufer und Parks, Spielplätze und Straßen sind weniger vermüllt, und wir recyceln mehr.“

Eine Milliarde Rückgaben – das Pfand kommt an
Mehr als eine Milliarde Dosen wurden seit Jahresbeginn zurückgebracht. Laut einer aktuellen Umfrage befürworten fast drei Viertel der Konsumenten das System. Was anfangs noch für Verwirrung sorgte – gleiche Flaschen, einmal mit, einmal ohne Pfand – ist nun Geschichte.

Schluss mit Übergangschaos
Seit Jahresbeginn gilt eine klare Regel: Keine Gebinde mehr ohne Pfandlogo. GLOBAL 2000 begrüßt das Ende der langen Übergangsphase. „Jetzt ist Klarheit da – für Handel und Konsumenten“, so Leitner. Pfand, sagt sie, sei kein Selbstzweck. Es mache Recycling einfach – und achtloses Wegwerfen unattraktiv.

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Einweg-Pfand ist ein großer Erfolg. Doch viel Zeit zum Jubeln hat die Regierung nicht.

Anna Leitner, Global 2000 

Kreislaufwirtschaft: Mehr als nur Recycling
So positiv die Bilanz ist, warnt GLOBAL 2000 davor, stehen zu bleiben. Österreich verbraucht weiterhin zu viele Rohstoffe, produziert zu viel Müll und ist stark von Importen abhängig. „Wir geben der Bundesregierung einen Neujahrs-Vorsatz für 2026 mit“, sagt Leitner. „Verschieben wir den Welterschöpfungstag nach hinten – statt im März in den April oder besser noch in den Mai.“ Dazu brauche es Kreislaufwirtschaft in allen Bereichen – vom Verpackungsdesign bis zur Mode. Ein Gesetz gegen Wegwerfmode sei überfällig.

2026 kommt das Geld aus den Pfandautomaten bei Spar den österreichischen Freiwilligen ...
2026 kommt das Geld aus den Pfandautomaten bei Spar den österreichischen Freiwilligen Feuerwehren zugute.(Bild: SPAR/Johannes Brunnbauer)

Der Knopfdruck mit Zusatzwirkung
Neben dem ökologischen Effekt entfaltet das Pfandsystem auch eine soziale Dimension. Bei SPAR können Kundinnen und Kunden ihr Pfandguthaben am Leergutautomaten weiterhin für einen guten Zweck spenden. 2026 kommt das Geld den österreichischen Freiwilligen Feuerwehren zugute – jeweils jener Feuerwehr, die für den Standort zuständig ist.

Der regionale Bezug ist dabei bewusst gewählt: In Städten mit Berufsfeuerwehren fließen die Spenden etwa in die Feuerwehrjugend oder die Ausbildung Ehrenamtlicher.

„Beeindruckende Spendenbereitschaft“
Wie groß die Hilfsbereitschaft ist, zeigte sich bereits im Vorjahr bei INTERSPAR: 102.317 Euro aus Pfandbons wurden an den Österreichischen Bundesfeuerwehrverband übergeben. Feuerwehrpräsident Robert Mayer zeigt sich dankbar: „Die Pfandbon-Spendenbereitschaft der Österreicherinnen und Österreicher war beeindruckend. Ich bedanke mich bei den Spenderinnen und Spendern sowie bei INTERSPAR für diese wichtige Unterstützung unserer Freiwilligen Feuerwehren. Umso mehr freut es mich, dass diese Zusammenarbeit nun auch bei SPAR fortgesetzt wird.“

Fazit: Pfand wirkt – wenn man es ernst meint
Ein Jahr Einweg-Pfand zeigt: Umweltpolitik muss nicht laut sein, um wirksam zu sein. Manchmal reicht ein klarer Rahmen, ein funktionierendes System – und Menschen, die mitmachen. Oder anders gesagt: Eine Dose ist heute mehr als Müll. Sie ist Teil eines Kreislaufs. Und manchmal auch ein Beitrag für jene, die da sind, wenn es brennt.

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