Eine ausgestorben geglaubte Spezies erholte sich in Ungarn und siedelt sich an. Spezielle Rückzugsplatzerln werden jetzt gesetzt.
Den Luchs mit seinen typischen Pinselohren kennen Viele – doch die wenigsten wissen, dass es in Österreich noch eine weitere wild lebende Katzenart gibt – die Wildkatze. Sie galt hier lange Zeit als augestorben, mittlerweile steht aber fest, dass sie zurückkehrt, wie der Naturschutzbund informiert.
In einigen Gebieten Österreichs kann sie demnach bereits seit mehreren Jahren regelmäßig nachgewiesen werden. Sogar Nachwuchs wurde im Burgenland, in Niederösterreich und in Kärnten dokumentiert.
Die Wildkatzenexpertin Katharina Neugebauer berichtet über den Bestand: „Im Burgenland haben wir fünf Meldungen, die auch genetisch nachgewiesen sind. Dafür haben wir etwa gefundene Haare analysiert.“ Schon länger vermuten Experten, dass die Wildkatze im Südburgenland heimisch sein könnte. Erst in den vergangenen etwa fünf Jahren konnte sie tatsächlich mehrmals nachgewiesen werden. Neugebauer weiter: „Insgesamt haben wir jetzt im Burgenland 57 Einträge von Sichtungen über Fotos und Wildkameras. Das sind natürlich Mehrfachzählungen. Aber vor fünf Jahren gab es maximal Einzelsichtungen in Jennersdorf und Güssing.“
Im Burgenland haben wir fünf Meldungen, die auch genetisch nachgewiesen sind. Dafür haben wir etwa gefundene Haare analysiert.
Wildkatzenexpertin Katharina Neugebauer
Jetzt wird das Südburgenland erobert
Vermutlich erholten sich die Wildkatzen-Bestände zuerst auf ungarischer Seite und fassen nun auch im Burgenland Pfote. Ein großes Hindernis für die scheue Waldbewohnerin ist die Zerschneidung geeigneter Lebensräume durch menschengemachte Barrieren. Die Wildkatze ist an größere und gut strukturierte Waldflächen gebunden und benötigt einen zusammenhängenden Lebensraum von mehreren hundert bis über tausend Hektar Größe. Sie braucht sowohl dichte, Deckung bietende Strukturen als Unterschlupf, als auch offene Bereiche für die Jagd.
Der Naturschutzbund pflanzt im Rahmen des vom Waldfonds geförderten Projektes „Netzwerk Wildkatze“ in mehreren Gebieten Österreichs Heckenstreifen als Korridore für die Wildkatze.
Im Lafnitztal sollen jetzt Hecken wachsen
Vergangene Woche setzten Mitglieder der Vereinigung – unterstützt von Tierarzt Bernhard Takacs und vom Landesforstgarten Burgenland – im Südburgenland, bei Heiligenkreuz im Lafnitztal, mehrere Heckenstreifen. Die aus rund 1000 Pflänzchen elf verschiedener heimischer Arten bestehenden Hecken sollen die Wildkatze beim Überqueren offener Landschaftsteile unterstützen, indem sie vorhandene Waldlebensräume miteinander verbinden. Sie nützen auch der Landwirtschaft als Windgürtel zum Schutz gegen Bodenerosion.
Sichtungen melden!
Der Naturschutzbund sammelt Daten über die Wildkatzen-Vorkommen. Wer tatsächlich das Glück haben sollte, eine zu sehen, sollte die Beobachtung melden unter: naturschutzbund.at/wildkatzenmeldung.html
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