Während private Häuslbauer in Graz mittlerweile verpflichtet sind, Photovoltaik einzuplanen, haben Gewerbebetriebe nach wie vor weitgehend freie Hand. Fazit: Auf riesigen Hallendächern bleibt Strompotenzial ungenutzt. Die steirische Politik will nun Lösungen finden.
„Wir mussten über drei Jahre warten, bis wir unsere Anlage in Betrieb nehmen konnten“, erzählt Herbert Ritter und schüttelt den Kopf. Der Unternehmer aus der Automatisierungsbranche wollte sein Hallendach in Wundschuh südlich von Graz zur Stromproduktion nutzen – doch erst mit dem neuen Umspannwerk in Kalsdorf war die Einspeisung möglich. In dieser Woche konnte er endlich loslegen.
Baugesetz-Novelle soll gegensteuern
Während Ritter geduldig auf die Infrastruktur wartete, pfeifen die meisten Betreiber großer Industrie- und Gewerbehallen von vornherein auf ihren Beitrag zum Umweltschutz – schließlich kostet das Mitplanen von PV-Anlagen Geld.
Es ist politisch fahrlässig und sorglos, einerseits Freiflächen-PV auf Ackerland zuzulassen, andererseits neue Hallendächer ungenutzt zu lassen.

Sandra Krautwaschl
Bild: Christian Jauschowetz
Die Steiermark zählt seit Jahren zu den Spitzenreitern beim Bodenverbrauch. Dass es hier keine klaren oder weitreichenden Vorgaben gibt, spielt den Projektwerbern dabei natürlich in die Hände.
Hier setzt nun eine Landtagsinitiative der Grünen an: „Es ist politisch fahrlässig, einerseits Freiflächen-PV auf wertvollem Ackerland zu ermöglichen, andererseits neue Hallendächer ungenutzt zu lassen“, kritisiert Parteichefin Sandra Krautwaschl scharf.
Es ist natürlich eine Frage des Geldes und der Konstruktion, ob eine Halle mit PV-Anlagen am Dach ausgestattet wird oder nicht.

Herbert Ritter
Bild: Foto Fischer
Konkret zielt der Antrag auf eine Änderung des steirischen Baugesetzes (§ 80) ab: Bisher sind nur mindestens sechs Quadratmeter PV je 100 Quadratmeter Dachfläche vorgeschrieben – eine „symbolische Regelung“. Die Grünen drängen darauf, dass zukünftig „die maximal technisch mögliche PV-Anlagengröße“ verpflichtend wird.
Vom Büro des zuständigen Landesrates Hannes Amesbauer (FPÖ) heißt es dazu auf „Krone“-Anfrage: „Der Ball liegt nicht bei der Landesregierung. Die Abgeordneten haben entschieden, den Antrag in einem Unterausschuss zu debattieren. Es obliegt den Abgeordneten, eine inhaltliche Debatte zu führen, deren Ergebnisse wir dann gerne zur Kenntnis nehmen.“ Nachsatz: „Eine Überreglementierung wird es mit dieser Landesregierung aber sicherlich nicht geben.“
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