Birgit Obermüller ist die neue Chefin der Tiroler NEOS. Die 59-jährige Klubobfrau wurde bei einer Landesmitgliederversammlung in Innsbruck mit 85,5 Prozent von 62 Mitgliederstimmen in diese Position gewählt. Sie folgt Nationalrat Dominik Oberhofer nach, der bereits vor zwei Jahren seinen Abschied von der Parteispitze angekündigt hatte.
Rund 50 Mitglieder versammelten sich Freitagabend im Veranstaltungszentrum „Novum“. Stimmberechtigt waren aber nicht nur diese anwesenden Mitglieder, sondern alle den NEOS in Tirol Zugehörigen, nämlich 350 an der Zahl. Und zwar auch per Online-Voting.
Letztlich votierte dann aber offenbar nur ein verhältnismäßig geringer Teil der Mitglieder. Die frühere Touristikkauffrau, Volksschuldirektorin und Sonderschulleiterin Obermüller war die einzige Kandidatin.
„Zweistellig“ und in die Regierung
Bereits vor ihrer Wahl gab Obermüller in ihrem „Vorstellungsstatement“ das Ziel aus, bei der Landtagswahl 2027, bei der sie als Spitzenkandidatin antreten will, „zweistellig zu werden“, das heißt, ein ebensolches Prozentergebnis einzufahren. Dies brauche man auch, um „regierungsrelevant zu werden“, ließ die Oppositionspolitikerin keinen Zweifel daran, in die Regierung zu streben.
„Beste Antwort auf die FPÖ heißt Bildung“
„Wir können das gemeinsam schaffen und dann in der Landesregierung für mehr Bildung sorgen und für Mut, von verfahrenen Wegen abzukehren“, sagte die 59-Jährige in ihrer Rede nach erfolgter Wahl, deren Ergebnis sie ihn dieser Höhe so nicht erwartet habe. Man werde „gemeinsam eine Aufholjagd starten“: „Es wird nicht einfach, aber es wird gelingen.“ Die NEOS hätten auch „keine Angst vor der FPÖ“: „Die beste Antwort auf die FPÖ heißt Bildung.“
Inhaltlich betonte Obermüller vor allem das Thema Bildung, bei dem sie für „Chancengerechtigkeit“ eintrete. In der Kinderbetreuung brauche es einen „echten Rechtsanspruch“ – und nicht einen solchen, den die Landesregierung gerade aufsetze. Generell fehle es in Tirol an Mut, „echte Strukturreformen anzugehen.“ Für solche würden die NEOS in Verantwortung sorgen.
„Wir sind die Unternehmerpartei“
Beim Doppelbudget 2026/2027 würden Landeshauptmann Anton Mattle und die ÖVP den Menschen „Sand in die Augen streuen“ und sich „nur selbst in ein gutes Licht stellen.“ In puncto Energiewende meinte die neue Landessprecherin, dass diese nicht gelingen werde, wenn „man gegen jedes Kraftwerk und jedes Windrad Sturm läuft“. Obermüller geißelte zudem die hohen Lebenshaltungskosten in Tirol und sprach sich für „Rechtssicherheit bei Zweitwohnsitzen“ aus. Die NEOS würden zudem auch zeigen, dass man „die Unternehmerpartei“ sei.
Die in Kufstein wohnhafte Obermüller, seit 2022 im Landtag, war Oberhofer bereits nach seinem Wechsel in den Nationalrat vergangenes Jahr an der Landtagsklubspitze nachgefolgt, nun folgte der Sprung an die Parteispitze – und das zwei Jahre vor der nächsten Landtagswahl, bei der sie auch als Spitzenkandidatin ins Rennen gehen will.

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