Die drei Frauen hatten die betagte Dame am 8. Februar unbemerkt von der Straße bis in ihre Wohnung verfolgt. Im Stiegenhaus bot eine der Beschuldigten der 74-Jährigen an, mit den Einkaufstaschen zu helfen. Beim Betreten der Wohnung ließ sie die Tür einen Spalt offen, sodass sich die Komplizinnen einschleichen konnten. Während zwei der Frauen ihr Opfer ablenkten, raffte die Dritte laut Keiblinger Schmuck und Ersparnisse - mehrere Tausend Euro - an sich.
Als wenig später die vom aufmerksamen Nachbarn alarmierten Polizisten an die Wohnungstür klopften, hatte die 74-Jährige von den Diebstählen noch gar nichts bemerkt. Die drei Frauen wurden an Ort und Stelle festgenommen.
Verdächtige agierten "hoch professionell"
"Ohne die Hilfe des Nachbarn hätten wir sie nicht gefasst", sagte Keiblinger. In vielen Fällen von Trickdiebstahl bemerken die fast immer sehr betagten Opfer erst Tage später das Fehlen von Geld und Wertgegenständen, oder Verwandte bzw. die Heimhilfe schöpfen Verdacht, sofern die Bestohlenen überhaupt jemandem vom "hilfsbereiten" Besuch erzählen.
"Die Verdächtigen haben hoch professionell agiert, das Opfer mit einem Trick abgelenkt und versucht, die Beute beim Eintreffen der Beamten in Laden und Kästen zu verstecken", so Keiblinger. Das Trio befindet sich in Haft.
Suche nach weiteren Opfern
Die Ermittlungen des Landeskriminalamts laufen, weil der Verdacht besteht, dass die drei Frauen für weitere ungeklärte Diebstähle infrage kommen. Deshalb hat die Exekutive auch Bilder der drei Verdächtigen veröffentlicht. "Dabei agierten die Beschuldigten immer mit dem sogenannten Zettel-Tuch-Glas-Wasser-Trick. Die Kriminalbeamten überprüfen derzeit alle ähnlich gelagerten Fälle."
Opfer werden gebeten sich unter der Telefonnummer 01/31310/57-800 zu melden.
"Legen Sie immer eine Sperrkette vor"
Die Polizei empfiehlt: "Lassen Sie nie fremde Personen in Ihre Wohnung oder Ihr Haus. Gas-, Strom-, Heizungsableser werden rechtzeitig schriftlich angekündigt. Legen Sie immer eine Sperrkette vor, wenn Sie Fremden die Tür öffnen. Ein Glas Wasser oder einen Zettel kann man auch durch einen Türspalt reichen. Lassen Sie sich einen Dienstausweis (auch von Beamten in Uniform) zeigen. Blicken Sie zuerst durch den Türspion und entscheiden Sie erst dann, ob Sie die Tür öffnen. Ein entschiedenes Nein, ein energisches Wegweisen eines ungebetenen Besuchers oder ein lauter Hilfeschrei können ebenfalls eine Straftat verhindern."









Kommentare
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.