ÖVP ausgebremst

Vösendorf: SPÖ übernimmt das Bürgermeisteramt

Niederösterreich
18.10.2025 10:31

Es war schon von der Wahl ein hartnäckiges Gerücht – nun ist es fix. In Vösendorf übernimmt wieder eine SPÖ-Bürgermeisterin die Amtsgeschäfte. Die bisher regierende ÖVP muss nach einer Serie an Skandalen in die Opposition.

Auch das ist Demokratie: Obwohl die Volkspartei in Vösendorf im Bezirk Mödling auch nach der Gemeinderatswahl die stärkste Partei geblieben ist, haben SPÖ und die Bürgerliste V 2000 eine Allianz gegen die Schwarzen geschmiedet.

Der politische Hintergrund: Nach einem Skandalreigen rund um Bürgermeister Hannes Koza (ÖVP) kam es, wie berichtet, zu den Neuwahlen. Koza hatte eine Attacke auf sich erfunden, dann die Reißleine gezogen und sich aus allen politischen Ämtern zurückgezogen.  Birgit Petross trat statt ihm für die Volkspartei an – und musste ein Minus von 15,7 Prozent hinnehmen.

Die ÖVP errang 2024 48,9 Prozent und sank am 21. September 2025 aber auf 33,13 (12 Mandate)- und hat damit ihre absolute Mehrheit eingebüßt. Die SPÖ verlor ebenso (- 2,09 Prozent), kam auf 28,11 Prozent (10 Mandate). Der dritte Platz ging an V2000, und zwar mit 18,98 % der Stimmen und damit 6 Mandaten. Die Freiheitlichen ziehen mit 3 Sitzen in den neuen Gemeinderat ein, Grüne und Neos mit jeweils einem Mandat. 

SPÖ leistete „Vorarbeit“
Schon am Wahlabend schien aber klar, dass SPÖ-Spitzenkandidatin Gabriele Scharrer das politische Heft in der Hand hat – und mit anderen Fraktionen bereits Gespräche in positiver Atmosphäre laufen. Heute folgte nun die offizielle Erklärung: Man hat sich in Vösendorf auf eine Kooperation ohne Volkspartei geeinigt – Grüne und Neos werden die neue Koalition wohl stützen. Scharrer soll kommenden Montag zur Bürgermeisterin gewählt werden.

Die Volkspartei-Niederösterreich verliert damit einen Bürgermeister-Sitz. SPÖ-Landesparteiobmann Sven Hergovich kann indes feiern, dass es während seiner Amtszeit so viele „rote“ Bürgermeister gibt wie schon seit langem nicht – nämlich landesweit 107.

In einer ersten Stellungnahme meint die designierte Bürgermeisterin Scharrer: „Die Mehrheit im Gemeinderat will konstruktiv arbeiten. Wir wollen niemanden ausschließen – jede Fraktion und jedes Mitglied des Gemeinderats soll die Möglichkeit haben, aktiv mitzuwirken und Ideen einzubringen.“

ÖVP: „SPÖ und V 2000 wollen uns verhindern“
In einer ersten Reaktion meint jedenfalls ÖVP-Politikerin Birgit Petross: „Die SPÖ hat sich bewusst gegen Zusammenarbeit entschieden – das ist kein Weg im Sinne der Vösendorfer.“ Man werden bei der Arbeit der Koalition künftig „ganz genau hinschauen“. Und sie meint weiter: „. Der SPÖ geht es – gemeinsam mit der Liste V 2000 – nur darum, die Volkspartei um jeden Preis in der Stadtregierung zu verhindern.“

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