Gnadenlose Kartelle

Mexiko: Abgetrennte Köpfe und Massengrab entdeckt

Ausland
07.02.2014 10:57
Die Entdeckung von vier abgetrennten Köpfen und eines Massengrabs mit angeblich 20 Toten - das ist die traurige Bilanz nur eines Tages im mexikanischen Bundesstaat Michoacan, wo die Drogenmafia seit Jahren die Bevölkerung terrorisiert.

Im Westen Mexikos tobt der seit zehn Jahren anhaltende Drogenkrieg besonders heftig: Die Kartelle foltern, entführen und morden - Polizei und Armee sind entweder in ihrer Hand oder relativ machtlos. Erst vor einem Jahr gegründete Bürgerwehren haben es geschafft, einige Städte aus dem eisernen Griff der Kriminellen zu befreien.

Opfer vermutlich indigene Widerständler
Doch die Kartelle schlagen zurück. In der Stadt Zacan sind am Donnerstag die abgetrennten Köpfe von vier Männern im Alter zwischen 22 und 55 Jahren gefunden worden (großes Bild). Sie waren in der Nähe einer Kirche in Müllsäcken abgelegt worden, laut Polizei mit einer Drohbotschaft versehen. Der Inhalt wurde nicht bekannt gegeben.

Es handle sich vermutlich um eine Racheaktion des Drogenkartells der Tempelritter, ließen die Behörden wissen. Bei den Toten könnte sich Medienberichten zufolge um vier Mitglieder des indigenen Volks der Purepacha handeln, die als vermisst galten. Die Purepacha gehören zu jenen Mexikanern, die sich seit Längerem gegen die Herrschaft der Kartelle auflehnen.

Massengrab mit 20 Toten
Ebenfalls am Donnerstag hat die mexikanische Polizei im etwa zwei Stunden von Zacan entfernten Bezirk Tinguindin ein Massengrab gefunden (kleines Bild). Es beinhalte mindestens 20 Leichen, berichteten mexikanische Medien.

Auch hierbei könnte es sich um Opfer der Rache der Tempelritter handeln. Das Kartell ist seit der Gründung der Bürgerwehren vor etwa einem Jahr und deren Vormarsch in verschiedene Städte in Bedrängnis, die nunmehrigen Morde könnten als Einschüchterungsversuche gedacht sein. Dass die Kriminellen damit Erfolg haben, ist aber unwahrscheinlich.

Schließlich ist die Schmerzgrenze vieler Mexikaner längst überschritten: Über 100.000 Tote gehen bereits auf das Konto der Kartelle, darunter viele auf grausame Weise gefolterte Menschen ebenso wie Kinder. Dazu kommen laut Menschenrechtsorganisationen 100.000 Entführungen, oft mit Lösegeldforderungen, pro Jahr. Auch von der Regierung ließen sich die Bürgerwehren nicht einschüchtern, als diese mit Entwaffnung drohte. Stattdessen sind die Selbstverteidigungskräfte seit Ende Jänner offiziell legal tätig (siehe Infobox).

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