Wer an einer Ladesäule sein Auto „auftanken“ will, braucht nicht nur Geduld, sondern mitunter auch eine dicke Brieftasche. Das Laden kann teilweise recht teuer ausfallen, was auch der Unübersichtlichkeit geschuldet ist.
Laden ist nicht gleich laden. Das musste auch Johannes S. feststellen, der seinen Ford Kuga Hybrid bei der Anlage bei einem Supermarkt in Forchtenstein laden wollte. Der 63-Jährige ist regelmäßig am Mobilheimplatz der Gemeinde und während er dort die Zeit genießt, hängt er sein Fahrzeug an der Ladestation an. Mit der Rechnung kam dann aber die böse Überraschung. Teilweise seien 2,13 Euro pro kWh verrechnet worden. „Das ist Wucher oder Wegelagerei“, ärgert sich S. Wenn wer zu Hause Strom tanke, bezahle er bei der Wien Energie lediglich 11 Cent pro KWh.
Billiger mit ÖAMTC
Wenn er mit der ÖAMTC-Karte lade, zahle er an der Landestation hingegen 54 Cent pro kWh. Das sei zwar auch nicht wirklich günstig, aber billiger als die 2,13 Euro, die er mit der Burgenland Energie-Karte zahle.
Teure Standgebühr
Der Grund für den Preis ist die lange Stehzeit. Denn nicht nur die kWh werden berechnet, sondern auch eine Standgebühr. Wer länger lädt, und damit die Landesäule blockiert, zahlt mehr. Für den 63-Jährigen ist dies aber unsinnig: „Ich tanke ja Strom und nicht Zeit.“ Außerdem könne er sein Auto gar nicht schneller laden und es sei erst nach dreieinhalb Stunden voll. „Ich stehe ja nicht zum Spaß dort“, sagt er.
Ich tanke ja Strom und nicht Zeit. Ich stehe nicht zum Spaß dort.
Johannes S. über die teure Standgebühr beim Laden
Kein Laden am Bahnhof
Ähnlich ist die Situation bei der Ladestation am Bahnhof Müllendorf, wie Regina Petrik, frühere Grünen-Klubobfrau und begeisterte E-Auto-Fahrerin, kritisiert. Die Ladestation sei damit „wertlos“. Denn sein Elektrofahrzeug hier anzuhängen und in der Zwischenzeit beispielsweise nach Wien zu fahren, sei keine gute Idee. Dann steht eine gesalzene Rechnung ins Haus. Deswegen sei die Ladestation auch fast immer unbesetzt, so Petrik.
Roaminggebühr und Blockiergebühr
Seitens der Burgenland Energie teilt man dazu mit, dass die Ladestation in Forchtenstein einen anderen Betreiber hat. Dort könne man zwar mit der Burgenland Energie-Karte laden, dabei würden aber Roaminggebühren anfallen, die das Ganze deutlich teurer machen würden. Bei den unternehmenseigenen Ladestationen erfolge die Abrechnung hingegen fast ausschließlich nach kWh. Allerdings werde nach einer bestimmten Zeit eine Blockiergebühr fällig, das sei gesetzlich so vorgeschrieben. Schließlich sollen auch andere die Möglichkeit erhalten, die Ladestation zu benutzen.
Besser vorher informieren
Kunden rät der Energiekonzern, sich im Internet zu informieren, welche Gebühren an der jeweiligen Ladestation fällig werden und wie dort geladen werden kann. So könne eine unerwartet hohe Rechnung vermieden werden.
ARBÖ fordert mehr Transparenz
Beim ARBÖ kennt man die Problematik der vielen unterschiedlichen Tarife. Anders als beispielsweise an der Tankstelle für Benzin und Diesel gebe es an Ladesäulen oft keine Preisauszeichnung. Stattdessen gebe es unterschiedliche Anbieter mit unterschiedlichen Apps. „Es ist ein Dschungel“, sagt ARBÖ-Sprecher Christian Fasz. Doch sobald man das Auto anstecke, stimme man auch den Nutzungsbedingungen zu.
Zuständigkeit beim Bund
Der ARBÖ fordert daher, dass Kunden direkt an der Ladesäule sehen können, welcher Preis pro kWh oder Minute verrechnet wird. „Der Konsument muss wissen, was er für sein Geld bekommt“, betont Frasz. Zuständig für mehr Transparenz zu sorgen ist allerdings der Bund.
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