Mit einer falschen Waffe versuchte ein Wiener (41) einem Bekannten ein Geständnis zu entlocken. Der Betroffene im Landesgericht war der Meinung, den Kirchengeher auf einem Fahndungsfoto in der Zeitung erkannt zu haben. Dabei war der gesuchte Räuber längst in Polizeigewahrsam ...
Zum Beichten wäre der 47-Jährige in der Sonntagsmesse in einer Kirche der Wiener Landstraße eigentlich schon am völlig richtigen Ort gewesen. Hätte er sich denn bloß auch etwas zu Schulden kommen lassen. Das bildete sich zumindest ein Bekannter von ihm ein.
„Fahndungsfoto war unscharf“
„Er hat in einer Tageszeitung ein Lichtbild eines gesuchten Räubers gesehen“, so die Staatsanwältin. Der 41-Jährige schien den fleißigen Kirchengänger erkannt zu haben. „Das Fahndungsfoto war unscharf“, verteidigt sich der Wiener im Landl. Am 18. Mai zitierte er das Opfer also aus der Messe. „Er hat gesagt, ich soll mitkommen. Er will draußen reden“, erinnert sich das Opfer.
Manchmal, wenn die Realität unerträglich wird, flüchte ich mich in Illusionen.
Betroffener vor dem Schöffensenat in Wien
Daraus wurde jedoch schnell eine Konfrontation: Der 41-Jährige wollte unbedingt ein Geständnis von seinem Bekannten haben – mit vorgehaltener und täuschend echt aussehender Airsoft-Pistole. Dabei saß der echte Räuber, nach dem gesucht wurde, schon längst in Polizeigewahrsam. Vor Gericht gibt der arbeitslose Wiener zu: „Manchmal, wenn die Realität unerträglich wird, flüchte ich mich in Illusionen.“ Eine sehr blumige Beschreibung seiner paranoiden Schizophrenie.
Die Krankheit des Arbeitslosen ist großteils unbehandelt und ihretwegen wurde der Mandant von Anwältin Clara Abpurg bereits 2017 – damals noch in eine Anstalt für geistig-abnorme Rechtsbrecher – eingewiesen. Auch der Schöffensenat im Wiener Landl beschließt die Unterbringung in einem forensisch-therapeutischen Zentrum.
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