„Das ist Perversion“

Wilderer-Serie: Nun legen sich Jäger auf die Lauer

Oberösterreich
29.08.2025 08:00

„Nimmt da Wüdschütz sei Stutzerl, geht dem Gamsgebirg zua“, heißt es in einem traditionellen Volkslied. Von Wilderer-Romantik ist man im Innviertel derzeit weit entfernt: Innerhalb von nicht einmal 14 Tagen kam es in Burgkirchen zu illegalen Abschüssen. Beide Male wurden Rehgeißen erlegt, wie auch in der Vergangenheit mit Kleinkalibergewehren.

Am 14. August fand ein Jäger auf einer Wiese ein Tier mit Einschussloch, am Dienstagabend wurde erneut ein Kadaver auf einem Feldweg entdeckt. Seit dem Frühjahr treibt ein Wilderer vor allem in den Bezirken Schärding und Braunau sein Unwesen – er hat insgesamt über 20 Mal zugeschlagen.

Immer wieder bat die Exekutive um Hinweise aus der Bevölkerung, bis dato ohne Erfolg. „Gebiete in Waldnähe werden momentan verstärkt bestreift“, heißt es dazu von der Polizeiinspektion Mauerkirchen, die die aktuellen Fälle bearbeitet.

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Das grundlose Abschießen von Tieren ist eine Perversion und das Gegenteil von dem, was wir Jäger als Weidgerechtigkeit bezeichnen. 

Herbert Sieghartsleitner, Landesjägermeister

Auch die örtliche Jägerschaft hat die Suche nach dem unbekannten Täter intensiviert: „Die Menschen dort sind aufmerksam und gewarnt. Es werden spezielle Kontrollfahrten in den Revieren durchgeführt, Wildkameras aufgehängt“, weiß Landesjägermeister Herbert Sieghartsleitner. Er kann sich durchaus vorstellen, dass mehrere Täter am Werk sind. „Das Gebiet ist sehr groß, und es braucht Revierkenntnisse für die Taten. Aus der Vergangenheit wissen wir, dass Wilderer oft keine Einzeltäter sind“, sagt Sieghartsleitner.“



„Wir warnen davor, einen Wilderer selbst zu stellen“
Sollte ein Jäger auf einen mutmaßlichen Wilderer treffen, gibt es seitens des Landesjagdverbandes einen Verhaltenskodex. Der besagt, keinesfalls Selbstjustiz zu üben, sondern verdächtige Beobachtungen an die Polizei zu melden.

„Wir warnen davor, jemandem nachzufahren und die Person zu stellen“, erklärt der Landesjägermeister. Wildern unter dem Deckmantel der sozialen Rebellion will er nicht gelten lassen: „Das war vor 100 Jahren berechtigt. Heutzutage kann jeder den Jagdschein machen“.

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