17.12.2013 16:34 |

Mine verschleudert?

Untreue-Verdacht: Polizeirazzia bei Top-Banker

Brisante Polizeirazzia bei einem der Top-Banker Österreichs: Die Korruptionsstaatsanwaltschaft hat den neuen Raiffeisen-International-Chef Karl Sevelda nach einer Anzeige wegen Untreue im Visier. Kriminalisten durchsuchten auch die RBI-Zentrale in Wien. Bei den Ermittlungen geht es um angeblich verschleuderte Millionen bei dem Verkauf einer albanischen Bergbaumine.
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Im Mittelpunkt der Vorwürfe steht der heimische Rohstoffhändler DCM. Bis zu seinem Ausscheiden 2011 war Karl Sevelda 13 Jahre lang Vorstandsvorsitzender der Privatstiftung, in deren Besitz die auf Abbau von Eisenerz und Legierungen spezialisierte steirische Firma ist. In seiner Glanzzeit machte der Betrieb 850 Millionen Euro Umsatz, war einer der größten Lieferanten für den Stahlkonzern Voest. Jetzt ist die einstige Familientraditionsfirma allerdings ein Sanierungsfall.

Mine laut Anzeige verschleudert
Im Zuge von Verkäufen soll es nun - so der Inhalt einer anonymen Anzeige - zu Unregelmäßigkeiten gekommen sein. Konkret sei eine albanische Mine statt um 50 Millionen um lediglich fünf Millionen Euro regelrecht verschleudert worden. Einer der Beschuldigten ist der neue Raiffeisen-International-Chef. Er war erst im Sommer seinem über Offshore-Wohnungskäufe (steuerschonende Finanzkonstrukte) gestolperten Vorgänger Herbert Stepic nachgefolgt. Aussagen der noch von Sevelda als Stiftungsvorsitzender "gefeuerten" Geschäftsführerin - Tochter des mittlerweile 92-jährigen Firmengründers Herbert Depisch - belasten den Top-Banker.

RBI-Chef ortet einen "Racheakt"
Sevelda spricht von einem "Racheakt". Er habe im Zuge der Firmenverkäufe seine Funktion in der Privatstiftung "schon längst zurückgelegt und war somit in die Vorgänge gar nicht mehr eingebunden", streitet der RBI-Chef im Gespräch mit der "Krone" alles ab. "Als die Herren mit der Anordnung zur Hausdurchsuchung gekommen sind, bin ich aus allen Wolken gefallen." Gefragt, ob er in der Vergangenheit schon mit der Polizei zu tun hatte, meint Sevelda: "Nein, nur bei Verkehrsstrafen, die ich natürlich alle bezahlt habe. Ich fahre übrigens einen Mercedes mit 265.000 Kilometern. Das ist quasi mein Büro."

Firmengründer Depisch springt unterdessen gegenüber der "Krone" für seinen "Freund" Sevelda in die Bresche: "Meine Tochter hat sich 35 Jahre für die Firma aufgeopfert. Was jetzt passiert, ist ein Familiendrama."

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