Mo, 20. August 2018

Gewagte Fotomontage

16.12.2013 10:51

ARD blamiert sich mit "Lara-Croft-Ministerin"

Mit einer lustig gemeinten Fotomontage von der neuen deutschen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat sich die ARD jetzt mächtig blamiert. Auf dem Twitter-Konto eines Nachrichtenmagazins zeigte der Sender die erste Frau an der Spitze der Bundeswehr am Sonntag leicht bekleidet als Computerspiel-Ikone Lara Croft. Die Meldung wurde zwar mittlerweile wieder gelöscht - den heraufziehenden Sturm der Entrüstung konnte die ARD allerdings nicht mehr verhindern.

Unter dem Hashtag "#adventskalender" finden sich jeden Tag Fotomontagen auf dem Twitter-Account der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin". So wurden heuer unter anderem die ehemaligen FDP-Granden Philipp Rösler und Rainer Brüderle als Mindestlohn-fordernde Putzmänner gezeigt.

Mit der Fotomontage vom 15. Dezember trieben es die Verantwortlichen nun aber offenbar zu weit: Die designierte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (siehe dazu auch Story in der Infobox) in knapper Bekleidung, mit tiefem Ausschnitt und Pistolen in den Händen als Computerspiel-Heldin Lara Croft zu zeigen, finden zahlreiche Deutsche gar nicht lustig.

Zum Vergleich: Auch die "Bild"-Zeitung brachte am Sonntag eine lustige Fotomontage der ersten Frau an der Spitze der Bundeswehr. Darauf ist die 55-Jährige lachend mit Helm am Kopf und Tarnfarbe im Gesicht zu sehen. Nur ist die "Bild" kein öffentlich-rechtlicher Sender - und bewegte sich zudem mit dem Humor-Bild durchaus noch innerhalb der Grenzen des guten Geschmacks.

Peinliche Blamage für seriöses Nachrichtenmagazin
Dabei sei der "Bericht aus Berlin" eigentlich an Seriosität nicht zu überbieten, wie etwa das Nachrichtenmagazin "Focus" auf seiner Website schreibt. "Wer dem Sender Böses wollte, könnte an dieser Stelle auch den Begriff 'langweilig' in den Mund nehmen", so "Focus". Auf Twitter aber versuche die ARD, der Sendung ein lockereres Image zu verpassen - und lieferte sich damit nun eine Blamage.

Was genau sich die Redaktion dabei gedacht hat, bleibt unklar - eine Stellungnahme gab die ARD vorerst nicht ab. Dass der Sender mit der Lara-Croft-Fotomontage für viele Deutsche die Grenzen des guten Geschmacks überschritten hat, dürfte den Verantwortlichen allerdings klar sein: Der entsprechende Twitter-Eintrag wurde stillschweigend aus dem Kurznachrichtendienst gelöscht.

"Völlig inakzeptabel", "Wie blöd ist das denn bitte?"
Den "Shitstorm" muss der öffentlich-rechtliche Sender nun aber dennoch über sich ergehen lassen. Screenshots der Fotomontage werden seit Sonntag von zahlreichen Internetnutzern in sozialen Medien weiterverbreitet. "Völlig inakzeptabel, diese sexistische Bildsprache - unabhängig von Verteidigungsministerinnen oder anderen Frauen", twittert eine erboste Frau. Ein anderer Twitter-User nimmt es mit Humor: "Wie blöd ist das denn bitte? Als Wiedergutmachung muss Ulli Deppendorf (der Moderator von "Bericht aus Berlin"; Anm.) heute topless moderieren!"

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