Wunsch der AK

Halbe Milliarde Euro mehr für Pendler?

348.000 Oberösterreicher sind Pendler, das Mühlviertel ist mit 84 Prozent am stärksten betroffen: Vor diesem Hintergrund fordert die Arbeiterkammer nun eine grundlegende Neuordnung der Finanzhilfen für sie. Statt der Pendlerpauschale, die Beziehern niedriger Einkommen nichts nützt, soll es eine „entfernungsabhängige Direktzahlung“ geben. Das würde den Staat aber eine halbe Milliarde Euro mehr kosten.

Bis zu zwei Stunden und mehr sind Mühlviertler Pendler unterwegs, um zur Arbeit zu kommen, für viele beginnt die tägliche Tour schon um 4 Uhr früh. Strecken bis zu 145 Kilometer sind zu bewältigen. „Allein an Benzin kostet mich das im Monat 290 Euro, obwohl mein Auto nur 6,5 Liter braucht“, erzählt etwa Christian Resch aus Schwarzenberg. Die Zeit, die er auf der Fahrt nach Linz und zurück verbringt, summiert sich im Jahr auf 470 Stunden oder fast 60 Arbeitstage. 24 Prozent seines Nettolohns bleiben buchstäblich auf der Strecke.

70 Prozent der Beschäftigten pendeln
Insgesamt müssen 78.000 Mühlviertler pendeln, in ganz Oberösterreich sind es 348.000 oder 70 Prozent der Beschäftigten. Aber nur 20 Prozent haben die Pendlerpauschale beantragt. „Den Steuervorteil, den sie bringt, können Bezieher niedriger Einkommen ja auch nicht nutzen“, begründet dies AK-Präsident Johann Kalliauer: „Die Pendlerpauschale ist sozial einfach ungerecht.“

Stattdessen fordert die Arbeiterkammer eine Direktzahlung je nach Entfernung zwischen Wohnort und Arbeitsplatz. Alle sollen gleich viel bekommen, egal ob sie mit dem Auto oder einem öffentlichen Verkehrsmittel fahren.

„Das wäre am gerechtesten und mit dem geringsten bürokratischen Aufwand verbunden“, meint Kalliauer. Im Vergleich zur Pendlerpauschale, die bundesweit jährlich 190 Millionen Euro kostet, käme diese Direktzahlung allerdings um eine halbe Milliarde Euro im Jahr teurer.

Donnerstag, 13. Mai 2021
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