Vor neun Jahren schien sich das Mullah-Land Iran für den Westen und damit auch für die Wirtschaft zu öffnen. Mittlerweile sind die Zahlen aber völlig eingebrochen, steirische Hoffnungen haben sich nicht erfüllt.
Es herrschte Aufbruch-, ja sogar ein wenig Goldgräberstimmung: Nachdem 2015 das Atomabkommen zwischen dem Iran und dem Westen erzielt und das Ende von Sanktionen eingeleitet worden war, wurde das Land mit 80 Millionen Einwohnern, trotz Mullah-Regimes, zum wirtschaftlichen Hoffnungsgebiet. In Rom wurden für den iranischen Präsidenten sogar nackte Statuen verhüllt.
Auch eine steirische Wirtschaftsdelegation reiste Anfang 2016 nach Persien, führte Gespräche, lotete mögliche Kooperationen aus. „Kernöl für Erdöl“ titelte die „Krone“ damals. Die größten Chancen versprach die veraltete iranische Industrie, die dringend einen Modernisierungsschub benötigte. Die Steirer wurden damals bestürmt und von hochrangigen Politikern empfangen. „Einige Türen sind aufgemacht. Man wird aber einen langen Atem brauchen“, sagt am Ende der damalige Landesrat Christian Buchmann.
Zu meiner Zeit im Iran exportierte Österreich Waren im Wert von etwa 800 Millionen Euro, nun sind nur noch 49 Millionen Euro.

Karl Hartleb (ICS)
Bild: Foto Fischer
Nur noch Exporte um 1,8 Millionen Euro
Die Türen haben sich rasch wieder geschlossen. 2018 kündigte US-Präsident Donald Trump den Atom-Deal, mittlerweile ist der Iran im Krieg mit Israel. „Das Atomabkommen war vernünftig“, bedauert Karl Hartleb, Geschäftsführer des steirischen Internationalisierungscenters, die Entwicklung. Er war jahrelang Wirtschaftsdelegierter in Teheran und ist dem Land weiterhin verbunden. „Generell haben Österreich und der Iran traditionell viele Beziehungen.“
Vor zehn Jahren exportierten steirische Firmen Waren im Wert von 14 Millionen Euro in den Iran, nun sind es 1,8 Millionen Euro, etwa im landwirtschaftlichen und medizintechnischen Bereich. Der Iran ist nicht völlig von der Außenwelt abgeschnitten, selbst die USA haben sich nicht zurückgezogen. Vor allem aber Indien und China machen jetzt jene Geschäfte, auf welche die Europäer einst hofften.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.