Bei Entmachtung

Torontos Bürgermeister Ford stößt Stadträtin um

Ausland
19.11.2013 08:24
Nach seinem Drogengeständnis bleibt Torontos Skandal-Bürgermeister Rob Ford zwar vorerst im Amt, verliert aber die meisten seiner Machtbefugnisse. Das hat der Stadtrat von Kanadas größter Stadt am Montag in einer tumultartigen Sitzung beschlossen. So trägt Ford noch den Titel des Bürgermeisters, darf aber beispielsweise nicht mehr dem Stadtrat vorsitzen und die Tagesordnung festlegen. Der 43-Jährige sprach von einem "modernen Staatsstreich" und kündigte "Krieg" an.

Auch bei seiner Entmachtung sorgte Ford für einen handfesten Eklat: Nachdem bei der Sitzung auf der Besuchertribüne "Schande, Schande"-Rufe laut geworden waren, stieß der Bürgermeister eines der Ratsmitglieder um, als er sich buchstäblich einen Weg zur Galerie bahnen wollte. "Das ist ein Ort der Demokratie, das ist kein Football-Feld", sagte die sichtlich geschockte Dame.

Den Beschluss gegen den Bürgermeister brachte der Stadtrat aber trotz der tumultartigen Szenen letztlich durch. Demnach werden die meisten Machtbefugnisse des Bürgermeisters mit sofortiger Wirkung auf dessen Stellvertreter Norm Kelly übertragen. Zudem verliert Ford 60 Prozent seines Budgets und einen Teil seines Personals, das nun für Kelly arbeiten darf. Der Beschluss gilt bis November 2014, wenn nach den Wahlen ein neuer Stadtrat eingesetzt werden wird.

Ford kündigt "Krieg" im nächsten Wahlkampf an
Ford, der somit nur noch auf dem Papier Bürgermeister der skandalgeschüttelten kanadischen Metropole bleibt, nannte seine Entmachtung durch den Stadtrat einen "modernen Staatsstreich" und kündigte an, er werde vor Gericht ziehen. "Sie haben soeben Kuwait angegriffen", sagte er wütend in Anspielung auf die Invasion des arabischen Landes durch irakische Truppen 1990. Damals hatte sich eine internationale Koalition unter Federführung der USA gebildet, um Kuwait zu befreien. Der 44-Jährige gelobte auch gleich einen "Krieg" im nächsten Wahlkampf.

Ford hatte nach hartnäckigem Leugnen vor Kurzem gestanden, Crack geraucht und jahrelang illegale Drogen gekauft zu haben. Einen Rücktritt lehnte er allerdings bisher ab. Offiziell absetzen kann der Stadtrat den Bürgermeister nicht, solange er nicht für ein Verbrechen rechtskräftig verurteilt wurde.

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