Rasante Flucht

Bankomatsprenger wegen Mordversuchs verhaftet

Oberösterreich
27.06.2025 16:57
Porträt von Krone Oberösterreich
Von Krone Oberösterreich

Nach einer spektakulären Flucht dreier holländischer Marokkaner nach der Sprengung eines Bankomaten in Gmunden nach Bayern wird gegen einen der Männer nun wegen versuchten Mordes ermittelt. Die Ermittler werfen dem 36 Jahre alten Fahrer „lebensgefährliche Fahrmanöver“ auf der Flucht vor.

Das Trio soll demnach Mitte Mai in Oberösterreich einen Bankomat gesprengt und dann ein Auto geraubt haben, nachdem der eigentliche Fluchtwagen bei der Detonation beschädigt wurde. Letztlich flüchteten die Verdächtigen ohne Beute mit einem weiteren Wagen bis nach Deutschland, wo sie auf der Bundesstraße 20 bei Marktl (Landkreis Altötting) mit dem Auto verunglückten. Zuvor sollen sie mit zeitweise bis zu 260 Kilometern pro Stunde der österreichischen Polizei entkommen sein.

Nahm der Fahrer den Tod anderer in Kauf?
Aufgrund des Unfalls konnten die drei schwer verletzten Niederländer mit marokkanischen Wurzeln in Bayern festgenommen werden. Auf der Fahrt zuvor soll es mehrfach zu halsbrecherischen Fahr- und Überholmanövern gekommen sein. Die Staatsanwaltschaft Traunstein geht deswegen derzeit davon aus, dass der 36-Jährige bei der Flucht den Tod anderer in Kauf genommen hat und hat daher aufgrund des Verdachts eines Mordversuchs einen entsprechenden Haftbefehl erwirkt. Die Kriminalpolizei hofft, dass Zeugen nun noch weitere Hinweise zu der Autofahrt der Verdächtigen geben können.

Auslieferung beantragt
Die österreichische Justiz hat europäische Haftbefehle für die drei Männer ausstellen lassen und verlangt entsprechend die Auslieferung. Dies wird von der Generalstaatsanwaltschaft in München geprüft. Der neue Haftbefehl der deutschen Staatsanwaltschaft dürfte allerdings vorläufig die Auslieferung des 36-Jährigen unwahrscheinlich machen. „Grundsätzlich geht die Durchführung eines Inlandsverfahrens in Deutschland der Auslieferung vor“, sagte eine Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft.

Eine Auslieferung schon bewilligt
Die drei Auslieferungsverfahren werden unabhängig voneinander entschieden. Bei einem ersten Verdächtigen sei die Auslieferung bereits bewilligt. „Dieser wird innerhalb der nächsten Tage an die österreichischen Behörden übergeben“, sagte die Sprecherin. Der weitere Beschuldigte befinde sich noch in der deutschen Auslieferungshaft.

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