Wie die Kärntner Polizei am Dienstag bekannt gab, war der Einbrecher zum ersten Mal im Jahr 1997 in Kärnten tätig geworden. Seine Methode war so einfach wie wirkungsvoll. "Er hat immer nur einen Holzbohrer und einen Drahtbügel verwendet, in den Fensterrahmen ein paar Zentimeter unter dem Fenstergriff ein Loch gebohrt und mit dem Draht den Griff nach oben gedrückt", erklärte Markus Plazer, stellvertretender Leiter der Kriminalabteilung in Kärnten.
Binnen weniger Tagen verübte er auf diese Weise mehrere Dutzend derartiger Delikte im ganzen Bundesland, dann war er wieder monatelang verschwunden. In Österreich war er neben Kärnten auch in der Steiermark, in Tirol und in Salzburg auf Einbruchstour.
DNA-Abstrich überführte den Profi
Im Lauf der Jahre konnten mehrfach biologische Spuren gesichert werden, ein Dutzend in Österreich, 15 in Deutschland und etliche in der Schweiz und Slowenien. "In Deutschland hatten die Kollegen einen Namen zu den Spuren, auf unsere Bitte hin wurde dann ein Rechtshilfeansuchen an Frankreich gestellt, wo der Verdächtige wohnhaft war", sagte Sachbearbeiter Gerhard Krassnig.
Im Frühjahr sei bei dem Mann dann ein DNA-Abstrich gemacht worden, der sich als Volltreffer herausstellte. Also wurde ein internationaler Haftbefehl erwirkt, am 17. Oktober wurde der Verdächtige an der slowenisch-kroatischen Grenze erwischt. In Graz sitzt er nun ein, weil dort der erste ihm eindeutig zuordenbare Einbruch registriert wurde.
Ermittler: "Hunde haben nie gebellt"
Der Profieinbrecher hatte es ausschließlich auf Bargeld und Schmuck abgesehen, brach meistens nachts ein, wenn die Bewohner schliefen. In einigen Fällen ließ er sogar die Sparschweine von Kindern mitgehen. Wurde er gestört, flüchtete er immer sofort, es gab keinen einzigen Fall, wo er Gewalt angewendet hätte.
Den Ermittlern ist bis heute unklar, wie es der Einbrecher schaffte, auch in Wohnungen und Häuser unbemerkt eindringen zu können, in denen Hunde gehalten wurden. "Die Hunde haben nie gebellt - wie er das gemacht hat, wissen wir nicht."
45-Jähriger schweigt zu den Vorwürfen
Der Schaden geht in die Hunderttausende Euro. Ob man dem Mann mehr als die Einbrüche nachweisen können wird, bei denen er Spuren hinterlassen hat, ist aber offen. "Er spricht nicht mit uns", meinte Krassnig. Ob der 45-Jährige irgendwann doch ein Geständnis ablegen wird, stehe derzeit in den Sternen.










Kommentare
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.