"Stand Your Ground"
USA: Schon wieder unbewaffnete Schwarze erschossen
Am frühen Samstag wurde Renisha McBride vor einem Haus in Detroit mit einem Kopfschuss aufgefunden - doch die Strafverfolgung hat bisher nichts gegen den Hausbesitzer unternommen, er wurde lediglich befragt. McBride war in einen Autounfall verwickelt gewesen und lief laut Polizei, durch den Schock orientierungslos, durch eine vorwiegend von Weißen bewohnte Nachbarschaft. Die 19-Jährige soll bereits an mehrere Türen geklopft haben, bevor es zum fatalen Schuss kam.
Schwere Vorwürfe von Verwandten
Der Hausbesitzer behauptete US-Medien zufolge gegenüber der Polizei, er habe lediglich sein Recht auf Selbstverteidigung wahrgenommen, als er die junge Frau erschoss. Deren Verwandte jedoch beklagten gegenüber "Detroit News", der Mann habe offensichtlich rassistisch gehandelt. Schließlich habe er nicht die Polizei gerufen, sondern einfach geschossen. Zudem sei McBride von hinten getötet worden - eine Behauptung, zu der die Polizei bisher keine Stellungnahme abgegeben hat.
Hilft "Stand Your Ground" Rassisten?
Jedenfalls werde man keine rechtlichen Schritte gegen den Hausbesitzer, dessen Identität die Polizei geheim hält, einleiten, so die Behörden. Nicht nur unter Afroamerikanern wächst angesichts dieses neuerlichen Vorfalls die Wut auf das "Stand Your Ground"-Gesetz, das in einigen US-Bundesstaaten gilt. Es besagt, dass ein Grund- bzw. Hausbesitzer nicht zurückweichen muss, wenn er bedroht wird, sondern sich und seinen Besitz - auch mit tödlicher Gewalt - verteidigen darf.
Straffrei trotz Totschlag
Mit dieser Begründung kam schon der Nachbarschaftswächter George Zimmerman vor Gericht davon, nachdem er im Februar 2012 den Schwarzen Trayvon Martin erschossen hatte. Selbst Shannon Anthony Scott war dank "Stand Your Ground" freigesprochen worden: Er wollte 2010 angeblich vor seinem Haus auf einen Wagen mit Teenie-Mädchen feuern, um seine Tochter zu beschützen - erschoss dabei allerdings einen unbewaffneten schwarzen Jugendlichen.
Ähnlicher Fall erst vor Kurzem
Der Fall McBride erinnert zudem an jenen von Jonathan Ferrell, 24, der im September in North Carolina erschossen wurde. Auch er war schwarz, unbewaffnet und suchte lediglich um Hilfe nach einem Autounfall an. Doch landete er beim 27-jährigen Polizisten Randall Kerrick beim Falschen: Kerrick gab zehn Schüsse auf den Studenten ab. Kerrick wurde festgenommen, er wird sich wegen Totschlags verantworten müssen.












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