Tausende Festnahmen

Saudi-Arabien: Razzien gegen illegale Gastarbeiter

Ausland
06.11.2013 11:05
Sie sind die stillen Hackler im Königreich Saudi-Arabien: neun Millionen ausländische Schwarzarbeiter aus Bangladesch, Pakistan oder Indien. Sie verrichten die schweißtreibendsten und härtesten Arbeiten. Doch seit dieser Woche geht unter den papierlosen Billigarbeitern die Angst um: Die saudischen Behörden führten im ganzen Land Razzien durch und nahmen Zehntausende fest.

Viele Geschäfte liegen lahm, die Straßen sind wie leer gefegt, auf Baustellen geht nichts mehr. Die ausländischen Arbeitskräfte in der Hauptstadt Riad trauen sich nicht aus dem Haus. Denn seit Montag früh durchstreifen die Einsatzkräfte der Polizei die Geschäfte, Märkte und Wohngegenden, um Einwanderer ohne gültige Aufenthaltspapiere festzunehmen. Auch in anderen Teilen des Landes greifen die Sicherheitskräfte hart durch. Allein in der Handelsmetropole Jidda am Roten Meer spürten sie seit Wochenbeginn fast 4.000 nicht angemeldete ausländische Beschäftigte auf, vermeldete die saudische Zeitung "Arab News".

"Duldungsfrist" abgelaufen
Die Regierung hatte am vergangenen Sonntag ihre mehrmonatige "Duldungsfrist" für papierlose Arbeiter beendet. Ohne Papiere können diese Arbeiter nicht weiter im Land bleiben. Sie können aber auch nicht ausreisen. Auf einer Brücke in Jidda versammelten sich 3.000 indonesische Gastarbeiter zum Protest. Das Dilemma beschäftigt nicht nur sie: Auch Firmeninhaber befürchten den Wegfall der Arbeitskräfte. Bäckermeister trifft es besonders. "Saudische Arbeitskräfte sind für die harte Arbeit neben den Brotöfen kaum zu bekommen", sagte der Chef der Bäckerei-Sektion der saudischen Handelskammer in der "Saudi Gazette".

Ohne Papiere, ohne Rechte
Ein Drittel der Bevölkerung besteht aus Gastarbeitern, die oft der Willkür ihrer Arbeitgeber ausgesetzt sind. Rechte haben sie praktisch keine. Die Regierung duldet seit Jahrzehnten unsaubere Arbeitsverhältnisse, illegale Beschäftigungen und unterbezahlte Jobs. Das Königreich hängt wirtschaftlich stark von Arbeitskräften aus dem Ausland ab.

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